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2.7 – Industrieminerale und Düngemittel

Industrieminerale sind natürliche Mineralien und Gesteine, die auf der ganzen Welt verbreitet sind. Von den über 50 verschiedenen Arten von Industriemineralen haben folgende Stoffe eine besonders große wirtschaftliche Bedeutung: Baryt, Bentonit, Diatomit, Dolomit, Feldspat, Fluorit, Gips, Kalziumkarbonat, Kaolin, Glimmer, Graphit, Magnesit, Perlit, Phosphat, Salze, Schwefel, Schwerminerale, Quarz, Talk, Wollastonit und Zeolithe.

Industrieminerale sind heutzutage in den meisten industriellen Prozessen unverzichtbar. Sie sind ein wesentliches Element in Farben, Elektronik-Bauteilen, Metallguss, Papier, Kunststoff, Keramik, Reinigungsmitteln, Pharmazeutika, Kosmetika, Baumaterialien und Landwirtschaft, um nur einige zu nennen. Sie werden auch als Hilfsstoffe in der Lebens- und Futtermittelindustrie verwendet und gewinnen im Umweltmanagement eine zunehmend größere Bedeutung, etwa bei der Abgasreinigung oder in Kläranlagen.

Quarzsandgewinnung im nördlichen Harzvorland

Quarzsandgewinnung im nördlichen Harzvorland (Foto: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover)

Deutschland ist ein Hochtechnologie- und Wirtschaftsstandort und stellt eine Vielzahl von Industriemineralen her. Daher sind Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten zu den Themen Gewinnung, Aufbereitung und Nutzung von Industriemineralen unabdingbar.

Düngemittel werden im Wesentlichen aus Kalisalzen, Phosphaten und Stickstoffträgern hergestellt. Sie sind unerlässlich, um den Nahrungsbedarf der wachsenden Weltbevölkerung zu decken.

Wissenschaftliche Herausforderungen

Bei der Industriemineral-Forschung spielt die nachhaltige Nutzung eine tragende Rolle. Das Recycling bietet Einsparpotenziale, die zu einer optimierten Nutzung der Industrieminerale in den bisherigen und zukünftigen Einsatzbereichen führen. Der Schwerpunkt liegt dabei darin, auch in geringen Mengen vorkommende Minerale und Reststoffe zu nutzen, zum Beispiel von Abraumhalden, und Abfallstoffe wieder in wertvolle Produkte zu verwandeln.

Nachhaltige Nutzung

Filterkuchen aus einem Kieswerk, der durch die ClayServer GmbH als Ziegelrohstoff vermarktet wird

Filterkuchen aus einem Kieswerk, der durch die ClayServer GmbH als Ziegelrohstoff vermarktet wird (Foto: ClayServer GmbH, Ostercappeln-Venne)

Düngemittel werden sowohl aus Rohphosphaten als auch aus Guanolagerstätten hergestellt. Um die Nahrungsmittelproduktion langfristig durch eine angemessene Versorgung mit Düngemitteln zu sichern, ist die Suche nach neuen Phosphatlagerstätten notwendig. Phosphatlagerstätten sollten aus Umweltschutzgründen aber nur sparsam und nachhaltig genutzt werden. Die sparsame und nachhaltige Nutzung aller natürlichen Ressourcen der Erde ist Kern der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Sie sollte daher Ziel aller Forschungsaktivitäten sein.

Wegen der steigenden Nachfrage in einigen Zukunftstechnologien wird bis 2030 eine größere Lücke an Seltenen Erden entstehen. Daher ist es nötig, die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Seltenen Erden in Primärvorkommen, als untergeordnete Mineralgruppe und in Recyclingmaterialien, etwa in Bildröhren, Leuchtkörpern oder Magneten zu erforschen. Durch die Klimaerwärmung werden sich vermutlich in Grönland und der kanadischen Arktis ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Zum wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Abbau von Industriemineralen können dann erprobte technische Abbau-, Aufbereitungs- und Transportmöglichkeiten eingesetzt werden.

Seltene Erden

Durch Erosion entstandene „Badlands“ im Jijona Basin (Provinz Valencia, Spanien)

Durch Erosion entstandene „Badlands“ im Jijona Basin (Provinz Valencia, Spanien; Foto: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover)

zuletzt geändert am 2014-08-26 11:05:01 durch Jana Stone | Impressum