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200 Jahre Hydrologie in Deutschland - Festveranstaltung in Berlin

Panta Rhei - Alles fließt! Hydrologie für eine sich verändernde Welt…

mit diesem Leitspruch möchten das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die alltägliche Wasserwirtschaft und Hydrologie lenken. Diese sollen als fester und notwendiger Bestandteil der weltweiten Daseinsvorsorge beleuchtet und erkannt werden. Hierzu findet vom 02. bis 03. November 2010 in Berlin ein 2-tägiges internationales Symposium mit Fachausstellung im Presse- und Informationsamt (BPA) der Bundesregierung statt.
Das Datum 13. Februar 1810 ist als der Beginn einer systematischen quantitativen Hydrologie in Deutschland zu betrachten und jährt sich in diesem Jahr zum zweihun-dertsten Mal. An diesem Tag führte der preußische Innenminister Friedrich Ferdinand Alexander Burggraf und Graf zu Dohna-Schlobitten eine vom Geheimen Oberbaurat Johann Albert Eytelwein entwickelte Pegelinstruktion ein. Darin heißt es: „Der Mangel an zuverlässigen und zweckmäßigen Beobachtungen und Nachrichten, über die verschiedenen Wasserstände der vorzüglichsten Gewässer in der Monarchie, ohne welche keine Bau-Anlagen und Meliorationen an Strömen mit Sicherheit ausgeführt werden können, macht es notwendig, dass an manchen Orten Pegel, Wassermarqueurs, Wasser-Merkpfähle errichtet und die Wasserstände ununterbrochen beobachtet werden“.

Diese Vorschrift zur regelmäßigen Wasserstandsmessung war die Konsequenz aus der Hilflosigkeit bei den katastrophalen Hochwässern des 18.Jahrhunderts. Sie war auch die Voraussetzung für einen zielgerichteten Umgang des Staates und der Gesellschaft mit Flüssen und Gewässern. Damit bekamen die staatlichen Baubehörden für die Umsetzung ihrer notwendigen Wasserbauprojekte eine Planungsgrundlage. Eine aufkeimende Ingenieursdisziplin, „Wasserbau und Wasserwirtschaft“, erlangte eine gewisse Selbstständigkeit, die darin mündete, dass der preußische Staat diesem Thema einen eigenen Bereich auf der Weltausstellung 1910 in Brüssel widmete. Dort wurden deutsche feinmechanische Qualitätsentwicklungen in dieser Disziplin vorgestellt, wie der selbstschreibende Wasserstandsmesser von „Seibt-Fueß“.

Wasserwirtschaft und die Wissenschaft Hydrologie erfahren größtes Interesse während der immer wieder auftretenden Hoch- und Niedrigwasserereignisse. Sie sind aber auch außerhalb dieser spektakulären Phasen von zentraler Bedeutung für die Bevölkerung, Ökonomie und Ökologie und gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels ein wichtiger Baustein der staatlichen Daseinsvorsorge.

Anlässlich der Festveranstaltung hat die BfG im Auftrag des BMVBS einen öffentlichkeitswirksamen Kurzfilm „Flussfahrt mit Familie“ produzieren lassen, der auf der Fachveranstaltung erstmalig vorgestellt wird. Dieser Film ist der Auftakt einer Lehr- und Sachfilmreihe, die anschaulich zeigen soll, dass Wasserwirtschaft und Hydrologie für alle Lebensbereiche des Menschen große Bedeutung haben. Zur Würdigung dieses historischen Datums wird außerdem ein Gedenkband „Wasser – Grundlage für das Leben“ vorgestellt, den die BfG im Auftrag des BMVBS herausgeben wird.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde sieht sich in der unmittelbaren Nachfolge der hydrologisch orientierten staatlichen Anstalten und Ausschüsse des 19. Jahrhunderts, die dann z. T. in der 1902 gegründeten Preußischen Landesanstalt für Gewässerkunde und Hauptnivellements aufgingen. Die Linie von der Preußischen Anstalt zur Bundesanstalt für Gewässerkunde (1949) führte über die zentrale Zuständigkeit in Deutschland seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Weitere Informationen

Dipl.-Met. Alfred Hommes
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bundesanstalt für Gewässerkunde

Quelle: www.idw-online.de

zuletzt geändert am 2014-08-26 11:05:29 durch Jana Stone | Impressum