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5 – Die Erde als Planet

Alle Kulturkreise haben mehr oder weniger detaillierte Vorstellungen über die Entstehung der Erde, der Sonne, der Planeten und der Sterne entwickelt. Ein zunächst religiös geprägter „Schöpfungsglaube” wurde unter dem Einfluss der Naturwissenschaften zunehmend durch rationale, physikalisch und mathematisch nachprüfbare Modellvorstellungen ersetzt.

Beginnend mit der Renaissance hat Kopernikus im 16. Jahrhundert die Sonne an Stelle der Erde als Mittelpunkt des Weltalls gesetzt. Aber erst Galilei und Kepler sorgten fast hundert Jahre später für die Verbreitung des heliozentrischen Weltbildes. Ende des 17. Jahrhunderts zeigte Newton dann, dass die Planetenbewegungen eine logische Folge von Gravitationskräften sind. Um 1600 hatte Giordano Bruno behauptet, dass es unendlich viele Sonnen gäbe. Er wurde dafür von der Inquisition hingerichtet. Galilei erkannte Anfang des 17. Jahrhunderts, dass die Milchstraße eine Ansammlung unzähliger Sterne ist. Die Anzahl der Sterne in der Milchstraße wird heute auf etwa hundert Milliarden geschätzt.

Einer dieser Sterne ist die vor 4,56 Milliarden Jahren entstandene Sonne. Die Entdeckung von mittlerweile über 300 Planetensystemen hat gezeigt, dass das Sonnensystem nicht einzigartig ist. Es gibt Milliarden von Sonnensystemen, viele vermutlich mit erdähnlichen Planeten. In einigen könnte sich sogar Leben ent­wickelt haben. Erkenntnisse darüber, wie feste Materie entstanden ist und sich zusammengeballt hat, sind nicht nur für unser Sonnensystem von Bedeutung. Sie spielen auch bei dem Versuch eine Rolle, den Ursprung von Planetensystemen im Allgemeinen zu verstehen. Kosmochemie und Planetologie, an der Schnittstelle zwischen den Geowissenschaften und der Astronomie angesiedelt, sind die hier relevanten Fachrichtungen. Geowissenschaftliche Arbeitstechniken haben bei der Untersuchung von extraterrestrischer Materie fundamentale Beiträge geleistet.

zuletzt geändert am 2014-08-26 11:05:03 durch Jana Stone | Impressum