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DFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der GeowissenschaftenDFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften
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Arbeitsbericht 1999 - 2002

Die Beratungen der abgelaufenen Amtsperiode beschäftigten sich ausführlich mit den zentralen nationalen Forschungsprogrammen aus dem Bereich der kontinentalen und marinen Geowissenschaften und deren Einbindung in internationale Verbundvorhaben. Besondere Aufmerksamkeit fanden dabei das "International Continental Drilling Program (ICDP)", zu dessen Gründungsmitgliedern neben USA und China auch die Bundesrepublik Deutschland gehört, und das "Ocean Drilling Program (ODP)". Deutsche Beiträge zum ICDP und ODP erfolgen im Rahmen der gleichnamigen Schwerpunktprogramme. Aufgrund der hervorragenden Position, die Deutschland im ODP erworben hat, befürwortet die Geokommission nachdrücklich die Beteiligung deutscher Geowissenschaftler auch an der Vorbereitung und Verwirklichung des ab 2003 geplanten "Integrated Ocean Drilling Program (IODP)". Nach intensiver Vorarbeit und Erstellung eines Wissenschaftsplans gelang 2001 die Verlängerung des ICDP Schwerpunktprogramms. Kernpunkte deutscher Beteiligung liegen neben der Mitwirkung an internationalen Bohrvorhaben u.a. im Bereich des Meteoritenkraters Chicxulub auf der Yucatan-Halbinsel, Mexiko, und der bis heute vulkanisch aktiven Hawaii-Inselgruppe, in der Nutzung des Tiefenlabors in der 4000 und 9000 Meter tiefen Vor- und Hauptbohrung der KTB, welches weltweit einzigartige Voraussetzungen für in-situ-Messungen in der Erdkruste bildet. Um Synergiepotenziale mariner und kontinentaler Bohrprogramme zu verstärken, etablierte die Geokommission eine Arbeitsgruppe "Wissenschaftliches Bohren", die sich mit der Ausgestaltung des IODP nach 2003 und einer Integration von IODP und ICDP befasst. Als ein Resultat dieser Arbeit wird erstmals 2002 ein gemeinsames ICDP/IODP-Schwerpunktkolloquium stattfinden.

Die Geokommission koordinierte weiterhin die Beiträge deutscher Forschergruppen zu den internationalen Programmen EUROPROBE, International GeosCience Program (IGCP, vormals International Geological Correlation Program), International Geosphere-Biosphere Program (IGBP) und dem International Lithosphere Program (ILP). Als eines der erfolgreichsten Programme der European Science Foundation (ESF) ist Ende 2001 das europäische Gemeinschaftsvorhaben EUROPROBE ausgelaufen. Zur Unterstützung der auf internationaler Ebene angelaufenen Bemühungen zur Etablierung eines neuen geowissenschaftlichen Programms "Neotectonics and Mantle Dynamics in Europe / PLATEC" wurden deutsche Beiträge zu dem geplanten Vorhaben gebündelt und den internationalen Koordinatoren übergeben. Die außerordentliche Resonanz in Form von 18 deutschen Projektinitiativen zu den Themengebieten "Ägäis", "Driving Mechanisms of Rifting", "Sea Level Changes and Lithospheric Mass Balance", "Dynamical Geomorphology", "Active Tectonics in the Interior of Continents" und "Magmatism and Mantle Processes" unterstreichen die Bereitschaft deutscher Forschergruppen, ihr traditionell außerordentlich großes Engagement sowohl im wissenschaftlichen als auch im organisatorischen Bereich von EUROPROBE nun auch in das europäische Gemeinschaftsprogramm PLATEC einzubringen.

Deutsche Beiträge zum ILP werden durch einen von der Geokommission zu berufenden Landesausschuss koordiniert. Unter den verschiedenen ILP-Beiträgen deutscher Forschergruppen waren zuletzt insbesondere die geowissenschaftlichen Verbundprogramme, wie der Sonderforschungsbereich 267 "Deformationsprozesse in den Anden" und der SFB 526 "Rheologie der Erde - Von der Oberkruste bis in die Subduktionszone" von Bedeutung. Daneben führte die Kommission intensive Beratungsgespräche zu geplanten Projektanträgen; diese umfassten in der abgelaufenen Amtsperiode Initiativen für 4 Sonderforschungsbereiche, 4 Schwerpunktprogramme, 6 Bündelanträge, 4 Forschergruppen und ein Graduiertenkolleg, wobei die thematische Bandbreite von der Geodynamik ("Hot-Spot-Rücken Wechselwirkung: Krustenbildung und Plattendivergenz in und um Island") bis zu soziokulturellen Auswirkungen des sich verändernden Geosystems ("Wandel von Geosystem, Ökosystem und Gesellschaft an den Küsten der südlichen Ostsee im Holozän") reichte.

Ausführlich informiert die Geokommission in ihrem im Jahr 2000 erschienenen 24. Mitteilungsheft über das wissenschaftliche Programm des mit außerordentlichem Erfolg beendeten SFB 108 "Spannung und Spannungsumwandlung in der Lithosphäre" und über das Zentrallaboratorium für Geochronologie (ZLG) in Münster. Als 25. Mitteilungsheft ist ein Bericht über die wissenschaftlichen Arbeiten des vom Seismologischen Zentralobservatorium Gräfenberg (SZGRF) koordinierten "German Regional Seismological Network" (GRSN) erstellt worden, der noch 2002 publiziert werden soll.

zuletzt geändert am 2009-06-11 13:48:57 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum