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DFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der GeowissenschaftenDFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften
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Arbeitsbericht 2003 - 2006

Die Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung (Geokommission) wurde 1968 vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet; über ihren konkreten Auftrag informiert die Homepage www.geokommission.de. Zu den Aufgabenbereichen der Geokommission gehören insbesondere die Förderung der interdisziplinären geowissenschaftlichen Forschung, der Integration der geowissenschaftlichen Fachrichtungen und der deutschen Beteiligung an internationalen geowissenschaftlichen Forschungsprogrammen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Analyse der Perspektiven der deutschen geowissenschaftlichen Forschung im internationalen Rahmen und darauf aufbauend die Ableitung entsprechender Handlungsvorschläge. Die Kommission widmet sich ferner strukturellen Fragen der in ihr vertretenen geowissenschaftlichen Fachrichtungen und berät die DFG und andere Gremien. Ein weiterer Aspekt der Kommissionsarbeit liegt im repräsentativen Bereich, beispielsweise in der Ausrichtung von Preisverleihungen an Nachwuchswissenschaftler (Bernd Rendel-Preis, Albert Maucher-Preis).

Die Kommission wird seit Herbst 2002 von Herrn Prof. Mosbrugger (Frankfurt) geleitet. Im Berichtszeitraum war die Arbeit der Kommission geprägt durch deutliche interne Veränderungen und Restrukturierungen. Mit Beginn der Mandatsperiode 2002-2005 wurden etwa 50% der Mitglieder abgelöst; die Mitgliedschaft im Gremium wurde auf maximal zwei Mandatsperioden beschränkt. Gemäß der Zielsetzung der Denkschrift (s. u.) können erstmalig die Fachkollegiaten und seit Herbst 2005 neben den regulären Neuberufungen auch Vertreter der Fachdisziplinen Meteorologie und Anthropogeographie im Gremium begrüßt werden.
Mit Ausnahme der drei aktiven Arbeitsgruppen "Struktur der geowissenschaftlichen Hochschullandschaft", "Geowissenschaftliches Bohren" und "Geowissenschaftliche Forschungen in Lateinamerika" wurden alle anderen Arbeitsgruppen der Geokommission aufgelöst; das "International GeosCience Program" (IGCP) und das "Internationale Lithosphärenprogramm" (ILP) werden weiterhin von der Geokommission begleitet. Ferner konnten eine deutliche Steigerung des Frauenanteils sowie die personelle Erweiterung des wissenschaftlichen Sekretariats erreicht werden. 2006 wurde die Notwendigkeit erkannt, eine Arbeitsgruppe "Nachwuchs" zu gründen. Die Internetpräsenz der Geokommission und ihrer Arbeitsgruppen wurde grundlegend und stärker professionell aufgesetzt. Neben einem web-basierten Informations- und Kommunikationsportal entstand ein interner Bereich für die Mitglieder. Dadurch ist der Zugriff auf vertrauliche Daten und das Geokommissions-Archiv für berechtigte Nutzer jederzeit möglich.

Die Themen der turnusmäßigen halbjährlichen Sitzungen lassen sich unterteilen in

  1. wiederkehrende Themenkomplexe aus den großen Verbundprojekten, Berichte der Arbeitsgruppen und der Gremienvertreter (DFG, BMBF, Nationalkomitees, ECORD, etc.) sowie
  2. thematisch breit gefächerte Diskussion und Beratung von Projektvorhaben, Schwerpunktinitiativen und Anträgen für zum Beispiel Rundgespräche.

In den Bereich der wiederkehrenden Themenkomplexe gehört die Begleitung und Beratung der beiden großen internationalen Bohrprogramme IODP und ICDP. Durch die Zusammenlegung der vormals getrennten Kolloquien beider Programme konnten beispielsweise Synergieeffekte genutzt und die Effizienz gesteigert werden. IODP und ICDP publizieren seit 2005 eine gemeinsame internationale Zeitschrift "Scientific Drilling", in der die Fortschritte der Einzelprojekte aufgezeigt werden. Zusätzlich wurde die Notwendigkeit erkannt, die deutschen Kompetenzen und Infrastrukturen im Bereich des geowissenschaftlichen Bohrens gebündelt zu präsentieren und einem breiten Kreis von Interessenten zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitsgruppe "Geowissenschaftliches Bohren" erarbeitete daher ein Konzept zur Gründung eines "German Center for Scientific Earth Probing" (GCSEP), welches repräsentative, administrative und wissenschaftliche Ziele verfolgen soll.
Weitere zentrale Themen der Beratungen der Geokommission waren die internationale Planung und Finanzierung für IODP/ECORD mit starker deutscher und europäischer Beteiligung, der Wissenschaftsplan für den geplanten Forschungseisbrecher "Aurora Borealis", das Förderprogramm "Geotechnologien" sowie verschiedene Initiativen für Verbundforschungsprojekte.
Ferner engagierte sich die Geokommission stark an der Durchführung der ersten deutsch-US-amerikanischen "DFG Research Conference" im April 2004 in Washington, D.C. zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit junger Geowissenschaftler unter dem Titel: "Earth, Fire, Water, Air and Life - Changing Earth and its Impact on Human Habitat". Im Übrigen zeigte der Gedankenaustausch zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft im Rahmen eines Parlamentarischen Abends im November 2004 (Titel "Geotechnologien - auf dem Weg zu einem Erdsystemmanagement"), dass durch das gemeinsame und geschlossene Auftreten der Geowissenschaften deren Bedeutung und Sichtbarkeit deutlich verbessert werden konnte.

Einen weiterer Schwerpunkt der Kommissionsarbeit im Berichtszeitraum bildete die unter breiter aktiver Beteiligung der GeoCommunity erarbeitete Denkschrift "System Erde-Mensch - Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften". Hierzu konnten interessierte Wissenschaftler im Rahmen von fünf DFG-Rundgesprächen (Nov. 2003 bis Febr. 2005) und im offenen Internet-Diskussionsforum aktiv einbringen. Die Denkschrift

  • richtet sich an Geowissenschaftler und Entscheidungsträger in Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsförderung,
  • beschreibt knapp und allgemeinverständlich die großen wissenschaftlichen Themen und Herausforderungen für die Geowissenschaften auf dem Wege zur Entwicklung eines komplexen Erdsystemmanagements,
  • identifiziert die strukturellen und ausbaufähigen Stärken der Geowissenschaften in Deutschland,
  • zeigt wissenschaftliche Felder und "hot spots" zukünftiger Forschung auf und
  • formuliert klare Handlungsempfehlungen für eine wissenschaftliche und strukturelle Neuorientierung der Geowissenschaften in Deutschland.

Insgesamt regt die Denkschrift an, die Geowissenschaften stärker als integrative Systemwissenschaft mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz zu verstehen und sich aktiv um eine Überwindung der Fächergrenzen zu den einschlägigen Nachbardisziplinen in den Natur-, Ingenieur-, und Sozialwissenschaften zu bemühen.

Insgesamt lassen sich für den Berichtszeitraum eine Steigerung der Effizienz der Geokommission sowie eine erhöhte Professionalisierung der Arbeit bei steigenden Anforderungen konstatieren. Dies ist neben dem Engagement der Mitglieder, den optimierten Bedingungen und der routinierten Durchführung der Sitzungen auch auf die reibungslose Kommunikation mit der Geschäftsstelle der DFG zurückzuführen.

zuletzt geändert am 2009-06-11 13:47:32 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum