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Auswirkungen des Klimawandels auf die Abflüsse des Rheins

Forschungsprojekt „RheinBlick2050“ präsentiert Ergebnisse

Seit Anfang 2008 haben Mitarbeiter der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in einer international besetzten Gruppe von Hydrologen und Meteorologen der Internationalen Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR) an der Fragestellung gearbeitet, wie sich ein zukünftiger Klimawandel auf das Abflussverhalten des Rheins und seiner großen Nebenflüsse auswirken könnte. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes mit dem Kurztitel "RheinBlick2050" werden im Rahmen eines Kolloquiums am 13. und 14. Oktober 2010 in Bonn vorgestellt.
„Vorhersagen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen“ so ein geflügeltes Wort von Karl Valentin. Entsprechend dieser Grundidee wurde zwischen acht beteiligten Forschungsinstituten aus fünf Staaten ein Vorgehen abgestimmt, die Bandbreite möglicher zukünftiger Entwicklungen aufzeigen. Auf Grundlage der für Mitteleuropa verfügbaren Simulationen regionaler Klimamodelle wurden für ausgewählte Pegel entlang des Rheins, der Mosel und des Mains eine Vielzahl von gleichermaßen möglichen zukünftigen Abflusszuständen bis in das Jahr 2100 simuliert und hinsichtlich zukünftiger Änderungen der Hoch-, Mittel- und Niedrigwasserabflüsse ausgewertet.

Für die nahe Zukunft (2021 bis 2050) ergeben sich gegenüber dem Vergleichszeitraum (1961-1990) im hydrologischen Sommer (Mai bis Oktober) für mittlere und niedrige Abflüsse keine klaren Änderungstendenzen. Für die hydrologischen Wintermonate (November bis April) werden ansteigende Abflüsse in Niedrigwassersituationen angezeigt. Bei einer weiteren Zunahme der Treibhausgasemissionen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts, würden die Änderungen des Abflussregimes nach gegenwärtigem Kenntnisstand allerdings deutlicher. Für den mittleren Abfluss werden unter diesen Bedingungen für die ferne Zukunft (2071 bis 2100) beispielsweise Zunahmen zwischen 5% und 40% im Winter und Abnahmen zwischen 5% bis 30% im Sommer simuliert.

„RheinBlick2050“ liefert einen wertvollen Beitrag zur Abschätzung des zukünftigen Abflussregimes des Rheins. Die Arbeiten zeigen insbesondere, dass es nicht die eine Projektion des zukünftigen Abflussgeschehens gibt. Daher wird eine Vielzahl möglicher Entwicklungen in Form von Bandbreiten zusammengefasst. Diese finden bereits Berücksichtigung in der Expertengruppe „KLIMA“ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Diese Kommission hat u.a. das politische Mandat, Szenarien zum Abflussregime des Rheins zu erarbeiten, welche als Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel in den Bereichen Ökologie, Hochwasserschutz, Infrastruktur, Transport, Energieproduktion oder Wasserversorgung dienen. Als Grundlage dafür sind entsprechende Leitwerte zur Orientierung zukünftiger Anpassungsmaßnahmen zu formulieren.
Angesichts des langen Simulationszeitraumes und der damit verbundenen Unsicherheiten, der zukünftig zu erwartenden weiteren Verbesserungen der Klimamodelle sowie der Vielzahl weiterer Einflussfaktoren auf die zukünftige Entwicklung der Abflüsse ist es erforderlich, Projekte wie "RheinBlick2050" in regelmäßigen Abständen fort zu entwickeln.

Die vollständigen Ergebnisse des Forschungsprojekts sind in Berichtsform auf den Internetseiten der KHR ( http://www.chr-khr.org/files/CHR_I-23.pdf ) verfügbar.

Weitere Informationen

Dipl.-Met. Alfred Hommes
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bundesanstalt für Gewässerkunde

Dr. Enno Nilson (nilson@bafg.de; Telefon: 0261/1306-5325)
Peter Krahe (krahe@bafg.de; Telefon: 0261/1306-5234)
Maria Carambia (carambia@bafg.de; Telefon: 0261/1306-5491)
alle: Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz

- Koordination RheinBlick2050:
International Commission for the Hydrology of the Rhine basin (CHR)
Postbus 17
8200 AA Lelystad
info@chr-khr.org
+31 6 536 49 414

Quelle: www.idw-online.de

zuletzt geändert am 2014-08-26 11:05:30 durch Jana Stone | Impressum