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Bundesforschungsministerin Schavan gründet Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie

Mit der Übergabe eines symbolischen silbernen Schlüssels gründete Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan am heutigen Montag, dem 29.8.2011, in Freiberg zusammen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie.

Es wird gemeinsam durch das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und die TU Bergakademie Freiberg aufgebaut und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung jährlich mit bis zu fünf Millionen Euro unterstützt. Damit setzt die Bundesregierung eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um und bündelt strategisch wichtige Forschungskompetenzen zur Sicherung der Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft.

Die enge Kooperation der Freiberger Universität mit dem Dresdner Helmholtz-Zentrum im Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie hat das Ziel, neue Wege zu den Rohstoffen für die technologiestarke deutsche Wirtschaft zu erschließen. Im Mittelpunkt stehen Hochtechnologiemetalle wie Gallium, Indium, Germanium oder die zur Gruppe der Seltenen Erden gehörenden Elemente. Sie bilden die Grundlage für Anwendungen in Zukunftsfeldern wie erneuerbare Energien und Elektromobilität oder in der Elektronikbranche.

Der heutige Besuch von Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan in Freiberg ist Teil ihrer diesjährigen Sommerreise. Während der Gründungsveranstaltung trugen sie und Ministerpräsident Stanislaw Tillich sich in das Ehrenbuch der Bergstadt Freiberg ein. Anschließend fuhren sie in das Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg ein.

Das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie soll bis Ende 2011 bis zu 20 Mitarbeiter haben. In den nächsten fünf Jahren soll das Personal auf insgesamt etwa 100 Mitarbeiter ansteigen. Die ersten Wissenschaftler haben ihre Arbeit bereits aufgenommen und beschäftigen sich mit der Analytik von mineralischen und metallhaltigen Stoffen sowie der Gewinnung und dem Recycling seltener Erdelemente und anderer Wertstoffe mit Hilfe von biotechnologischen Verfahren. Auch die ersten Geräteinvestitionen für das Institut laufen bereits.

Thomas Schlothauer vom Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg beim Vorbereiten einer Sprengladung im Schockwellenlabor unter Tage, in dem Materialien unter hohem Druck untersucht werden. Foto:Detlev Müller

Thomas Schlothauer vom Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg beim Vorbereiten einer Sprengladung im Schockwellenlabor unter Tage, in dem Materialien unter hohem Druck untersucht werden. Foto: Detlev Müller

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Annette Schavan: „Wir leben in Zeiten knapper werdender Rohstoffe, gleichzeitig ist die deutsche Wirtschaft in hohem Maße auf sie angewiesen. Das neue Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie hat den Auftrag, Technologien für die Versorgung unserer Wirtschaft mit strategisch wichtigen Rohstoffen zu entwickeln. Es ist damit ein zentraler Teil der neuen Rohstoffstrategie der Bundesregierung.“

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich: „Die Gründung des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie ist ein weiterer Meilenstein für Sachsen. Sächsische Kompetenz bei Ressourcen- und Technologieforschung reicht zurück bis in das 11. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert ist diese Kenntnis gefragter denn je. Denn es geht um nichts weniger als um die Sicherung strategischer Rohstoffe für die deutsche Wirtschaft. Ich finde es großartig, dass der Freistaat Sachsen erneut einen entscheidenden Beitrag in dieser Richtung leisten kann. Ich danke unseren Partnern, dem Bund und der Helmholtz-Gemeinschaft für das Vertrauen in Sachsen. Ich verspreche ihnen: Es wird sich auszahlen.“

Die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Sabine von Schorlemer: „Dieses bundesweit einmalige Institut ist eine große Bereicherung für die Forschungslandschaft in Sachsen. Ressourcenfragen sind Zukunftsfragen für das Industrieland Deutschland, denn in Zukunft werden wir alle mit knappen Rohstoffen und Ressourcen effizienter umgehen müssen. Die Forscher des neuen Instituts werden für diese strategische Frage wichtige Lösungsansätze hervorbringen.“

Der Direktor des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie, Prof. Jens Gutzmer: „Die Rohstoff-Ressourcen sind begrenzt, der Bedarf steigt aber, deshalb wird es in Zukunft immer mehr darauf ankommen, die verfügbaren Rohstoffe materialeffizient zu nutzen. Das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie hat das Ziel, entsprechende Technologien unter den Kriterien der Wirtschaftlichkeit und Ökologie für die Wirtschaft bereitzustellen. Sie sollen die Erschließung neuer Rohstoffvorkommen ermöglichen, aber auch dazu dienen, komplex aufgebaute Lagerstätten sowie bisher ungenutzte Ressourcen auszuschöpfen.“

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Prof. Jürgen Mlynek: „In einem rohstoffarmen Land wie Deutschland müssen wir besonders innovative Technologien zur Gewinnung von mineralischen und metallhaltigen Rohstoffen für die Industrie entwickeln, die auch unkonventionelle Vorkommen erschließen können, wie die Rückgewinnung von Rohstoffen etwa aus Mülldeponien. Für diese Aufgabe gründen wir nun das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie. Es wird insbesondere von den materialwissenschaftlichen Infrastrukturen des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf [HZDR] am Dresdner Standort sowie an der Europäischen Synchrotronstrahlungsquelle in Grenoble profitieren, wo das HZDR ein Strahlrohr betreibt, das unter anderem für Materialuntersuchungen genutzt wird.“ Als ein Institut des HZDR wird das Helmholtz-Institut Freiberg zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch den Freistaat Sachsen finanziert.

Der Oberbürgermeister der Stadt Freiberg Bernd-Erwin Schramm: „Die Universitätsstadt Freiberg hat eine lange Tradition bei der Erforschung und Gewinnung von Rohstoffen. Die Leistungen von Freiberger Bergakademisten sowie Berg- und Hüttenleuten waren viele Jahrhunderte maßgebend für die technologischen Entwicklungen im europäischen Bergbau. Ich freue mich sehr, dass in Freiberg nun auch das Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie seinen Platz gefunden hat.“

Das Helmholtz-Institut Freiberg befindet sich derzeit auf dem Gelände des ehemaligen Deutschen Brennstoffinstituts auf der Halsbrücker Straße in Freiberg. Seinen endgültigen Sitz wird es aber an dem ebenso traditionsreichen Standort des früheren Forschungsinstituts für Aufbereitung auf der Chemnitzer Straße einnehmen. Zur Sanierung des Geländes werden durch den Freistaat Sachsen, die Stadt Freiberg und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf in den kommenden Jahren erhebliche Mittel investiert.

Weitere Informationen:

Ansprechpartner:

Prof. Jens Gutzmer
Gründungsdirektor
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie
Tel.: 03731 39 2626/2662
j.gutzmer@hzdr.de

Pressekontakt
Cornelia Riedel, Pressesprecherin
TU Bergakademie Freiberg
Tel.: 03731 39 23 55 oder 0152 0921 4388
cornelia.riedel@zuv.tu-freiberg.de
www.tu-freiberg.de

Dr. Christine Bohnet, Pressesprecherin
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Tel.: 0351 260-2450 oder 0160 969 288 56
c.bohnet@hzdr.de | www.hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat das Ziel, langfristig ausgerichtete Spitzenforschung auf gesellschaftlich relevanten Gebieten zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
• Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
• Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher?

Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden sechs Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.
Das HZDR ist seit 2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Freiberg, Leipzig und Grenoble und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter – davon 380 Wissenschaftler inklusive 120 Doktoranden.

An der TU Bergakademie Freiberg in Sachsen, der deutschen Ressourcenuniversität, wird entlang der Wertschöpfungskette in den vier Themengebieten Geo, Material, Energie und Umwelt für eine nachhaltige und effiziente Stoff- und Energiewirtschaft gelehrt und geforscht.

Quelle: idw-online.de

zuletzt geändert am 2014-08-26 11:05:14 durch Jana Stone | Impressum