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Eröffnung der ersten Pilotanlage zur CO2 -Abtrennung und -Speicherung in Lacq (Frankreich)

Am 11. Januar 2010 wurde das erste industrielle Pilotprojekt zur CO2-Abtrennung, -Speicherung und zum CO2-Transport von der Total-Gruppe in Lacq (Pyrenäen) eröffnet. Das Ziel der Pilotanlage besteht darin, in den nächsten 2 Jahren eine CO2-Menge abzutrennen und zu speichern, die der CO2-Emission von 40.000 Autos, d.h. 120.000 Tonnen CO2, entspricht.

Dies ist die erste Anlage in Europa, die den gesamten CCS-Prozess, von der CO2-Abscheidung an der Emissionsquelle bis hin zur unterirdischen Lagerung umfasst.

Ziel dieser Anlage ist es, zur Senkung der Treibhausgasemissionen großer Industrieanlagen, die fossile Brennstoffe verwenden (Stahl- und Zementwerke, Kohle- und Gaskraftwerke, Raffinerien), beizutragen. Die Tests sollen in 5 Jahren die notwendigen Daten für einen optimalen Übergang in die industrielle Anwendung liefern.
Für die CO2-Abtrennung wird ein von Air Liquide entwickeltes Oxyfuel-Verfahren [3] angewandt: die Luft wird in einem Verbrennungsprozess durch reinen Sauerstoff ersetzt, was eine Reduzierung der Rauchentwicklung und der CO2-Konzentration bewirkt. Das CO2 wird komprimiert, über eine 27 km lange Gaspipeline in die geologische Lagerstätte in Rousse geleitet und anschließend in einem leeren Erdgaslager in 4.500 Meter Tiefe gespeichert. In dieser geologischen extrem dichten Struktur lagerte über 35 Millionen Jahre ein giftiges und brennbares Gas. Auf Wunsch der Behörden wird ein Umweltzustandsbericht bezüglich der Flora und Fauna, der Gewässer, des Bodens und Mikroseismik erstellt. Es wurde ebenfalls ein Überwachungsnetz im Umkreis von 10 km angelegt, um sicherzugehen, dass auf dieser Fläche keine Veränderungen auftreten. Im Hinblick auf die Mikroseismik wurden in den Schachtböden extrem sensible Sonden installiert. Ferner wurden Gefahrenstudien durchgeführt.
Vor allem im Umweltschutzbereich werden an die CO2-Abtrennung und -Speicherung hohe Erwartungen geknüpft. Die interministerielle Arbeitsgruppe zum Klimawandel (GIEC) und die internationale Energieagentur (IEA) schätzen, dass bis zum Jahr 2050 auf diese Weise Treibhausgasemissionen weltweit um 20% reduziert werden können. Laut Valérie Létard wäre "die Halbierung unserer Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 ohne den CCS-Prozess bis zu 70% teuerer, was sich abschreckend bzw. bremsend auf Initiativen auswirken würde." Natürlich werden in diesen Bereich auch wirtschaftliche Hoffnungen gesetzt. Es gehe darum, "einen bedeutenden potenziellen Markt für unser Land mit mehr Arbeitsplätzen, Wirtschaftstätigkeit, Mehrwert und Wachstum zu schaffen", so die Staatssekretärin. Insbesondere dank der Nachfrage aus den Schwellenländern wird bis zum Jahr 2030 mit einem potenziellen Markt von 600 Milliarden Euro gerechnet. Valérie Létard erinnert daran, dass diese Technologie nicht nur "eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel sind" und "eine Technologie darstellt, auf die wir vernünftigerweise nicht verzichten sollten", sondern auch, dass die "absolute Priorität in der Forschung im Bereich der Energieeffizienz und der Weiterentwicklung der nachhaltigen Energien liegt."

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zuletzt geändert am 2014-08-26 11:05:32 durch Jana Stone | Impressum