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Newsletter 05/2013

Nach jeder Sitzung berichtet die Senatskommission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften (SK ZAG) in einem Newsletter über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen. Der Newsletter 05/2013 basiert auf dem Protokoll der 5. Sitzung der SK ZAG, die am 16. und 17. April 2013 in Kassel stattfand.

Bericht des Vorsitzenden

Herr Wefer hat dem Senat der DFG auf dessen Einladung hin am 14. März 2013 in Bonn die Arbeit der SK ZAG vorgestellt. Die vorgestellten Aspekte umfassten

  • Internationale Programmentwicklung im Rahmen von IODP und ICDP
  • Gemeinsames Programm BMBF und DFG: GEOTECHNOLOGIEN, GEO:N
  • Internationale Organisationen IUGS, IUGG, IGCP
  • Beratung, Stellungnahmen: Climate Engineering, Fracking, Bergbau
  • Zusammenarbeit und Abstimmung mit Fachkollegiaten, Bildung einer Fachgesellschaft Geowissenschaften (Dachverband)

Betont wurde auch die wichtige Rolle der SK ZAG als Scharnier zwischen den Universitäten und den außeruniversitären Einrichtungen. Als Fazit wurde darauf hingewiesen, dass ohne die DFG-Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung (bis 2011) bzw. Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften Deutschland nicht diese international anerkannte, in einzelnen Bereichen führende Position in den Geowissenschaften einnehmen würde. Es ist geplant zukünftig die Arbeit der Kommission einmal pro Periode beim Senat der DFG vorzustellen.

Herr Wefer berichtet von der achten nationalen Maritimen Konferenz, die am 8. und 9. April 2013 in Kiel stattfand. Bei der Konferenz seien unter anderem auch Fragen zu Rohstoffen aus der Tiefsee und in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit zur Festlegung von Standards für einen umweltverträglichen Tiefsee-Bergbau diskutiert worden. Für den Themenkreis Rohstoffe aus der Tiefsee solle ein Lenkungskreis eingerichtet werden. Die Konferenz unterstützt die BGR zur Beantragung einer Lizenz zur Erkundung von Massiv-Sulfiden im Indik. Für Manganknollen sei von Seiten der BGR ein Pre-Pilot-Mining-Test empfohlen worden.

Berichte aus der DFG

Herr Lüniger berichtet zum Programm GEOTECHNOLOGIEN und dem in der Nachfolge geplanten Programm Geo:N.
Zu ECORD berichtet Herr Lüniger, dass die DFG im Rahmen des im Herbst 2013 startenden neuen IODP (International Ocean Discovery Program) die Mitgliedschaft bei ECORD finanziell unterstützen wird. Darüber hinaus stünde die ECORD bei den Verhandlungen mit der NSF (USA) und MEXT/JAMSTEC (Japan) zur Nutzung von JOIDES RESOLUTION und CHIKYU sowie der ECORD MSPs kurz vor unterschriftsreifen Vereinbarungen.

Bezüglich einer Mitgliedschaft der DFG im Programm ICDP teilt Herr Lüniger mit, dass zunächst die bisherigen Vereinbarungen verlängert worden seien.

Die Situation bei den Finanzen sei nach den Mittelzuweisungen im Normalverfahren Anfang des Jahres weiterhin angespannt. Eine über die allgemeine 10%ige Kürzung hinausgehende Kürzung der Mittel für die Geologie (314) sei jedoch zurückgenommen worden, so dass einen Bewilligungsquote von 30% realisierbar scheint.

Integrated Ocean Drilling Program (IODP)

Herr Erbacher berichtet über das Programm IODP. Er gibt einen Überblick über die in 2013 und 2014 geplanten Expeditionen und erläutert die neue, schlankere Struktur des Programms sowie die zukünftige Rolle Deutschlands innerhalb der Gremien von IODP und ECORD. Insgesamt werde es zukünftig mehr Expeditionen und für deutsche Wissenschaftler auch mehr Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme geben, insbesondere bei den mit den Mission Specific Platforms und JOIDES RESOLUTION geplanten Projekten. Die SK ZAG diskutiert Möglichkeiten der engeren Verzahnung von Bohrvorhaben, die sowohl IODP als auch ICDP betreffen, wie etwa die land- und seeseitigen Bohrungen am Chicxulub Krater. Herr Erbacher weist darauf hin, dass auf deutscher Ebene Workshops geplant sind, um für diese Projekte eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.

International Continental Scientific Drilling Program (ICDP)

Herr Oberhänsli berichtet über das Programm ICDP. Er weist auf die ICDP Science Conference hin, die vom 11. bis 14. November 2013 in Potsdam stattfindet und auch als offene Videokonferenz geplant ist.

Link: http://www.icdp-online.org/front_content.php?idart=3642

Ausrichtung einer IUGG- und/oder IUGS-(=IGC-) Konferenz in Deutschland im Zeitraum 2023/24

Herr Oberhänsli stellt die bei einer Ad-hoc-Besprechung am 22. Januar 2013 erarbeitete Projektskizze zur Ausrichtung einer IUGG- und/oder IUGS-(=IGC-) Konferenz in Deutschland im Zeitraum 2023/24 vor. Ein solcher gemeinsamer Kongress wäre ein Durchbruch die aus heutiger Sicht etwas künstliche Trennung der beiden Kongresse aufzuheben. Man rechne mit einer Teilnehmerzahl zwischen 8.000 und 12.000 und etwa 40 bis 60 Parallelsessions.

Die SK ZAG begrüßt den Vorschlag, im Zeitraum 2023/24 einen IUGG- und/oder IUGS-Kongress in Deutschland auszurichten. Insbesondere unterstützt sie das ambitionierte Ziel, zum ersten Mal eine gemeinsame Tagung dieser beiden internationalen Organisationen zu realisieren.

Deutsches Forschungsbohrkonsortium GESEP e.V.

Frau Schwalb berichtet in Vertretung von Herr Harms über GESEP. Das Drilling Information System (DIS) wird ab 2014 auf geologischen Ausfahrten deutscher Forschungsschiffe eingesetzt. Die Anpassungen des DIS an GeoB-Kerne sind abgeschlossen und es ließe sich nun auch für das GEOMAR genauso verwenden. Das MARUM wird IGSN-Mitglied, um über das DIS eigenständig IGSN-Nummern (für MARUM und GeoB) generieren zu können. Dieses System wird bereits an Bord auf Probenlabels verwendet. Eine erste DIS-Schulung fand Anfang Februar 2013 in Bremen statt, eine zweite Schulung (Fortsetzung) ist für April/ Mai in Spandau geplant. Zum Stand der Kernlager berichtet Frau Schwalb, dass das Lager in Berlin-Spandau die Schandelah-Kerne (Uni Frankfurt) Anfang Februar erhalten hat und Anfang März der XRF-Scanner ausgeliefert wurde. Die Kerne von Lake Ohrid sollen demnächst nach Bremen geliefert werden. Am 8. Mai 2013 findet eine Kernlagerkuratoriumssitzung statt.

Beim ICDP/IODP Kolloquium, das im März 2013 in Freiberg stattfand, wurden verschiedene Poster zu GESEP vorgestellt, die auf der Website abgerufen werden können.

Zur Programmierung des Webportals wurde in Bremen im Januar 2013 eine Stelle (A. Behnken, PANGAEA) besetzt, Projektabschluss ist voraussichtlich Mitte 2014.

Frau Schwalb berichtet, dass GESEP über die SPPs ICDP und IODP die Beantragung eines kleinen, flexiblen und mobilen Bohrgerätes plant. Der Antrag wird momentan ausgearbeitet. Es soll ein Kooperationsvertrag mit Frankreich und Australien abgeschlossen werden, um die Rechte an dem Gerät zu sichern. Erste Tests mariner Flachbohrungen könnten vom MARUM vor Neuseeland durchgeführt werden.

Die GESEP School 2013 fand vom 27. bis 28. März im Rahmen des DFG-Kolloquiums IODP/ ICDP an der TU Bergakademie Freiberg statt. Der Trainingskurs für junge Geowissenschaftler war auch in diesem Jahr ein großer Erfolg. Von den 29 Teilnehmern kamen dieses Mal sechs aus dem Ausland. Auch für 2014 ist wieder im Rahmen des DFG-Kolloquiums IODP/ ICDP eine GESEP School geplant.

Frau Schwalb informiert über eine für Mai 2013 geplante Ausschreibung zur Einreichung von Bohrvorschlägen durch das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG).

Links:
GESEP: http://www.gesep.de
GESEP-Poster: http://www.gfz-potsdam.de/portal/cms/GESEP/UeberGESEP/Downloads
LIAG: http://www.liag-hannover.de

Vorschläge für Rundgespräche

Nach einer kurzen Vorstellung der Ziele der Arbeitsgemeinschaft Geowissenschaftlicher Nachwuchs und einem Verweis auf die auf der Website der Kommission und in GMit veröffentlichen Ergebnisse des letzten Rundgesprächs der AG stellt Herr Sasgen (Potsdam) den Vorschlag für eine Rundgespräch zum Thema „Karrierewege in den Geowissenschaften – gegenwärtige Anforderungen und zukünftige Perspektiven“ vor.

Bericht über das Rundgespräch “Datengetriebene Forschung in den Geowissenschaften”

Frau Dransch (Potsdam) berichtet über ein Rundgespräch zum Thema “Datengetriebene Forschung in den Geowissenschaften”, das am 26. November 2012 mit 27 Teilnehmern aus den Geowissenschaften und der Informatik in Berlin stattfand. Ziel der Initiative ist die Ausarbeitung eines Antrags auf ein SPP zu datengetriebener Forschung in den Geowissenschaften im Schnittbereich von Geowissenschaften und Informatik. Im Anschluss an einen Einführungsvortrag und verschiedene Impulsreferate wurden in der Diskussion folgende relevante Themen definiert:

  • Verbesserung von Effizienz und Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Analyse
  • Verbesserung der Datenauswertung durch moderne Methoden (Heterogene Daten, Unsicherheiten, Vergleich Observations-/Modelldaten, mehr-/hochdimensionale Daten, große Datenmengen)
  • Nachhaltige, modularisierte Entwicklung von Domain-Software

Als mögliche Anwendungsfelder wurden genannt:

  • Gefährdungsanalyse von Naturgefahren und globalem Wandel
  • Nutzung des unterirdischen Raums
  • Rohstoffexploration und Umweltmanagement
  • Erdoberfläche als Schnittstelle zwischen Geophysik und Fernerkundung

Es wurde betont, dass die im Rahmen des Projekts interdisziplinäre Teams obligatorisch sein sollen und sichergestellt sein muss, dass beide Disziplinen eigene Forschungsfragen bearbeiten können, auch wenn insgesamt die geowissenschaftliche Fragestellung im Vordergrund steht.

Koordiniert von Frau Dransch hat sich ein Antragsteam aus beiden Disziplinen zusammengefunden. Bis Oktober 2013 soll nun ein Antrag auf Einrichtung eines SPP ausgearbeitet werden.

Bericht über das Rundgespräch „Langzeitperspektiven und Infrastruktur der terrestrischen Forschung Deutschlands – ein systemischer Ansatz“

Frau Kothe berichtet über ein Rundgespräch zum Thema „Langzeitperspektiven und Infrastruktur der terrestrischen Forschung Deutschlands – ein systemischer Ansatz“, das im September 2012 stattgefunden hat. Das Gespräch wurde organisiert von der im Herbst 2009 gebildeten kommissionsübergreifenden Arbeitsgruppe Infrastruktur für terrestrische Forschung.

Erdgas aus unkoventionellen Lagerstätten – Mythos und Wirklichkeit

Herr Kassner (Hannover) berichtet aus Sicht von ExxonMobil zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten insbesondere mittels Fracking. Er gibt zunächst einen Überblick über die prognostizierte weltweite Entwicklung von Bevölkerung, Weltwirtschaft und Energiebedarf und stellt mit Blick auch auf den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien fest, dass auch zukünftig Öl und Gas bei der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen werden. Nach einem Überblick über die von ExxonMobil in Norddeutschland bisher durchgeführten Aktivitäten in Bezug auf Schiefergas, Kohleflözgas und Tight Gas berichtet Herr Kassner von der zunächst sehr positiven Resonanz in Presse und Öffentlichkeit auf die geplanten Fördermaßnahmen und der dann in jüngster Zeit gekippten Stimmung. Trotz intensiver Bemühungen um Aufklärung treffe man auf aus seiner Sicht unbegründete, aber offenbar unüberwindbare Widerstände in der Bevölkerung. Er verweist dabei auf weit verbreitete Fehlinformationen, namentlich durch den Film Gasland. Um den öffentlichen Informations- und Dialogprozess zu begleiten sei unter Leitung von Prof. Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg ein neutraler Expertenkreis initiiert worden. Diese Gruppe sei zu dem Ergebnis gekommen, dass a) es keine grundsätzlichen Umwelt- und Risikoaspekte gebe, die gegen eine Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten sprechen und b) es keinen sachlichen Grund für ein grundsätzliches Frackingverbot gibt. Fracking solle aber in bestimmten Arealen wie z.B. Trinkwasserschutzgebieten (Zone I und II) oder Gebieten mit tektonisch kritisch gespannten Störungen im Untergrund ausgeschlossen werden. Zusammenfassend merkt Herr Kassner an, der Einsatz des Fracking-Verfahrens sei eine erprobte Technologie, sowohl weltweit als auch in Deutschland. Es gebe einen natürlichen Schutz durch die geologische Beschaffenheit des Untergrundes.

Die Umsetzung der Empfehlungen „Risikostudie Fracking“ und des UBA-Gutachtens sowie eine gezielte Überwachung des Grundwasserschutzes durch Monitoring-Systeme und die Weiterentwicklung der Frac-Fluide sei vorgesehen. Den Dialog mit der Öffentlichkeit suche ExxonMobil u.a. auch über die Website http://www.erdgassuche-in-deutschland.de.

5 Jahre neue Großgeräte-Förderprogramme

Herr Lagier (DFG) berichtet über die Entwicklung der im Jahr 2007 in der Nachfolge des ehemaligen HBFG Programms gestarteten Programme Großgeräte der Länder und Forschungsgroßgeräte nach § 91b des GG. Insgesamt ist im Vergleich zu den Mitteln im alten HBFG-Verfahren bereits ohne Inflationsbereinigung eine Abnahme der Gesamtvolumina erkennbar. Die SK ZAG diskutiert die von Herrn Lagier vorgestellten Entwicklungen. Der Vergleich der Bundesländer zeigt deutlich eine Konzentration der Mittel in den Ländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Es wird darauf hingewiesen, dass es wünschenswert sei die politischen Entscheidungen, die zu dieser ungleichgewichteten Situation geführt haben, zu korrigieren, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Zweckbindung der Mittel Ende 2013 ausläuft.

Bericht über die Sitzung des wissenschaftlichen Beirats für die Kölner AMS-Anlage

Herr Hinderer berichtet von der letzten Sitzung des Beirats der AMS-Anlage in Köln, die am 8. März in Kiel stattgefunden hat. Die Probleme bei der Probenpreparation seien durch die Bereitstellung von Präparationslaboren bewältigt worden. Im Betrieb hätten sich die Erwartungen an das Gerät voll erfüllt, auch bei Vergleichsmessungen mit anderen Laboren. Die Kosten für den Betrieb des Gerätes (insbesondere Personalkosten) würden bis 2014 von der Universität Köln getragen und sollen ab dann aus den Einnahmen von Aufträgen finanziert werden.

Stand der gemeinsamen Ausschreibung BMBF/DFG im GEOTECHNOLOGIEN-Programm

Herr Lüniger berichtet zum Programm Geotechnologien und dem in der Nachfolge geplanten Programm Geo:N ). Bei der letzten Ausschreibung des bisherigen Programms zum Themenschwerpunkt "Weiterentwicklung von Methoden zur Früherkennung von Naturgefahren in Deutschland durch innovative Sensor- und Informationstechnologien" seien bis zum Fristende am 28. Februar insgesamt 90 Skizzen mit einem Gesamtvolumen von 95 Millionen Euro eingegangen. Das Programm sei damit deutlich überzeichnet. Das BMBF stelle 6 Millionen Euro zur Verfügung und die DFG kann über das Normalverfahren fördern. Die hohe Anzahl der Anträge zeige, dass man mit der Wahl des Themas richtig lag. Geplant sei bis zur Einreichung von Vollanträgen im Herbst die Zahl der Anträge in einer ersten Begutachtungsrunde auf etwa 20 bis 25 zu reduzieren. Bei der Begutachtung werden zum großen Teil internationale Gutachter eingesetzt. Die Begutachtung der Vollanträge ist für Frühjahr 2014 geplant. Die SK ZAG diskutierte das gemeinsam von BMBF und DFG getragene Programm Geotechnologien und das in der Nachfolge geplante Programm Geo:N. Die SK ZAG nimmt dazu folgendermaßen Stellung:

Vorschlag für die Förderung geowissenschaftlicher Fragestellungen innerhalb des Forschungs- und Entwicklungsprogramms GEO:N

Im Rahmen des GEOTECHNOLOGIEN-Programms wurden von 2000 bis 2014 verschiedene geowissenschaftliche Themen im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit gemeinschaftlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Dadurch wurde die Vernetzung zwischen Forschungseinrichtungen und Universitäten erheblich gestärkt und das Zusammenspiel von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung nachhaltig gefördert. Diese erfolgreiche Forschungsförderung soll ab Januar 2015 durch ein neues, wieder von BMBF und DFG getragenes F&E Programm (Geoforschung: Nachhaltigkeit; GEO:N) auf eine neue Basis gesetzt werden.

Neben der naturwissenschaftlich-technischen Ausrichtung der jeweiligen Forschungsprojekte sollten zukünftig auch Sozialwissenschaftler und Experten für Wissenschaftskommunikation von Beginn an in das Forschungsprogramm eingebunden werden. Im neuen Programm soll auch die Nachwuchsförderung wieder besonderes Augenmerk erhalten und den Nachwuchsgruppen die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Projekte über eine flexible Förderdauer von bis zu sechs Jahren gefördert zu bekommen.

In den vergangenen Jahren wurden sowohl von der Geokommission der DFG als auch vom GEOTECHNOLOGIEN-Programm mehrere Schriften und Konzeptionen erstellt, in denen wichtige Erkenntnisse, aber auch dringende Aufgaben und Herausforderungen der Geowissenschaften beschrieben sind. Details zu Forschungsaufgaben sind in der Strategieschrift „Dynamische Erde – Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften“, herausgegeben von der Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, bzw. der Konzeption „Zukunftssicherung für Mensch und Erde“, herausgegeben vom Vorsitzenden des Koordinierungsausschusses GEOTECHNOLOGIEN, enthalten.

In diesem Konzept werden sechs wichtige Themenfelder vorgestellt, die in einem neuen, gemeinsamen geowissenschaftlichen F&E Programm des BMBF und der DFG bearbeitet werden sollen:

  • Die Erfassung des Systems Erde aus dem Weltall
  • Die Erforschung von Klimaarchiven
  • Die Untersuchung von Auswirkungen des marinen und terrestrischen Bergbaus
  • Die Entwicklung von Frühwarnsystemen gegen Naturgefahren
  • Die geotechnische Nutzung des unterirdischen Raumes
  • Die Optimierung von Geoinformationssystemen und Datenmanagementverfahren

Aufbau einer gemeinsamen geowissenschaftlichen Fachgesellschaft

Herr Littke berichtet, dass die Bestrebungen, die an den Gesprächen beteiligten Gesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG), Geologische Vereinigung (GV), Deutsche Mineralogische Gesellschaft (DMG), Deutsche Paläontologische Gesellschaft und Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG)) in einer einzigen Fachgesellschaft mit persönlichen Mitgliedern zusammenzuführen an zu starken Widerständen gescheitert sind. Die einzelnen Gesellschaften blieben somit bestehen, es werde aber ein Dachverband gegründet für den bereits eine Satzung ausgearbeitet wurde. Diese Satzung mute zunächst zwar sehr bürokratisch an, verfolge aber das nach wie vor richtige Ziel, insbesondere im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit oder bei der Organisation von Tagungen zusammenzuarbeiten. Auf Ihren nächsten Vollversammlungen stimmen die Gesellschaften über den Beitritt zum Dachverband ab, der dann in 2014 mit der Arbeit beginnen kann. Für 2015 ist bereits eine gemeinsame Tagung von 4 der 5 beteiligten Gesellschaften geplant. Es gibt weiterhin Gespräche zu einem Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) und der Geologischen Vereinigung (GV).

Verschiedenes

Die 6. Sitzung der SK ZAG findet am 21. und 22. Oktober 2013 in Hannover statt.

zuletzt geändert am 2014-12-02 08:58:59 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum