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DFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der GeowissenschaftenDFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften
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Newsletter 06/2013

Nach jeder Sitzung berichtet die Senatskommission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften (SK ZAG) in einem Newsletter über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen. Der Newsletter 06/2013 basiert auf dem Protokoll der 6. Sitzung der SK ZAG, die am 21. und 22. Oktober 2013 in Hannover stattfand.

Bericht des Vorsitzenden

Herr Wefer weist auf die Veranstaltung German Future Earth Summit 2014 hin, die am 27. und 28. Januar 2014 in Berlin stattfindet. Bis zum 16. Dezember 2013 können noch Vorschläge für Beiträge eingereicht werden.
Herr Wefer informiert über einen Workshop des Belmont-Forums, der vom 15. bis 17. Oktober in London stattgefunden hat. Aus Deutschland haben Frau Gemeinholzer (Universität Gießen), Herr Karte (DFG), Herr Krück (VDI) und Herr Waldmann (MARUM, Bremen) teilgenommen. Thema waren transnationale Projekte in Dateninformationssystemen. Nach der Ausarbeitung eines Programms soll eine Ausschreibung des Belmont Forums erfolgen.

German Future Earth Summit 2014: http://www.dkn-future-earth.de/?q=node/11

Belmont-Forum: http://igfagcr.org/index.php/belmont-forum

Bericht aus dem BMBF

Herr Alecke vom BMBF berichtet von der im Zuge der Neuauflage des FONA-Rahmenprogramms (FONA: Forschung für nachhaltige Entwicklungen) durchgeführten Evaluierung des jetzt laufenden Rahmenprogramms, in die auf Wunsch des Referats 725 (System Erde) auch das Geotechnologien Programm aufgenommen wurde. Diese erneute Auditierung diene mit Blick auf die ab 2015 geplante Fortführung auch der Weiterentwicklung des Geotechnologien-Programms. Der unterstützende Beschluss der SK ZAG sei in diesem Zusammenhang sehr hilfreich gewesen. Geo:N soll ein Nachfolgeprogramm zum Geotechnologien-Programm werden. Unter dem Dach des Rahmenprogramms FONA werde es dann eventuell auch ein Meeresforschungsprogramm Mare:N geben, möglicherweise als ein Programm der Bundesregierung.

Im Anschluss an die 8. nationale Maritime Konferenz, die am 8. und 9. April 2013 in Kiel stattfand, ist unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ein Lenkungsausschuss zum Thema Deep Sea Mining eingerichtet worden, an dem hinsichtlich umweltökologischer Aspekte auch das BMBF beteiligt ist. Anfang 2015 sei in diesem Zusammenhang eine insgesamt 90-tägige Expedition mit dem neuen FS Sonne im Pazifik geplant, bei der auch europäische Partner einbezogen werden sollen. Im geplanten Arbeitsgebiet hatte im Rahmen des Projekts DISCOL (DISturbance and Re-COLonization of a Manganese Nodule Area in the deep South East Pacific Ocean off Peru) bereits von 1988 bis 1998 eine von Prof. Hjalmar Thiel koordinierte erste Langzeitstudie zu den Folgen eines potentiellen industriellen Eingriffs in der Tiefsee stattgefunden. Herr Kümpel erwähnt in diesem Zusammenhang, dass die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) momentan einen Antrag für eine Explorationslizenz zur Erkundung von polymetallischen Sulfiden im Indik vorbereitet, der im Namen der Bundesregierung voraussichtlich im Juni 2014 der Internationalen Meeresbodenbehörde vorgelegt werden solle. Er betont die Bedeutung von umweltökologischen Untersuchungen für die Entwicklung akzeptabler Abbau-Verfahren.

Bericht aus der DFG

Herr Lüniger berichtet aus der Geschäftsstelle der DFG, dass Frau Scheibner-Münker, bisher Referentin in den Geowissenschaften, die DFG verlassen wird. Eine neue Kollegin in den Geowissenschaften, Frau Iris Sonntag, hat im September in der Geschäftsstelle angefangen und wird derzeit eingearbeitet.

Integrated Ocean Drilling Program (IODP)

Herr Erbacher berichtet über das Programm IODP. Am 1.10.2013 startete das neue International Ocean Discovery Program (Abk. wieder IODP). Herr Erbacher dankt der SK ZAG für die Unterstützung, insbesondere in der schwierigen Übergangsphase.

Herr Lüniger weist darauf hin, dass die DFG als Mitglied in ECORD sich maßgeblich an der Finanzierung beteiligt, um insbesondere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von Universitäten und Hochschulen den Zugang zum Programm und die Teilnahme an IODP-Expeditionen zu ermöglichen.

International Continental Scientific Drilling Program (ICDP)

Herr Harms berichtet in Vertretung von Herrn Oberhänsli über das Programm ICDP. Er weist auf die ICDP Science Conference hin, die vom 11. bis 14. November 2013 in Potsdam stattfindet und auch als offene Videokonferenz geplant ist. Ziele der Konferenz sind die Entwicklung eines neuen Science Plans für ICDP und die Diskussion der zukünftigen Kooperation mit IODP, auch hinsichtlich der Fragen zur Förderung gemeinsamer Projekte.

Link: http://www-icdp.icdp-online.de/front_content.php?idart=3642

Deutsches Forschungsbohrkonsortium GESEP e.V.

Herr Harms berichtet über GESEP. Im Kernlager am MARUM in Bremen sind inzwischen Kerne aus dem Van-See und aus dem Toten Meer eingelagert. Im Lager bei der BGR in Berlin-Spandau hat sich im Mai das Kuratorium konstituiert. Das im Aufbau befindliche Webportal soll spätestens im Januar 2014 freigeschaltet werden. Die nächste GESEP School findet 2014 im Anschluss an das IODP/ ICDP-Kolloquium der DFG in Erlangen statt.

Herr Harms stellt Beispiele aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit dar und zeigt verschiedene Projekte, die von GESEP unterstützt wurden. Mit Blick auf die ursprünglich gesetzten Ziele könne die Entwicklung von GESEP als sehr erfolgreich bezeichnet werden.


Links:
GESEP: http://www.gesep.de

Vorschläge für Rundgespräche

Geplant ist ein Rundgespräch zum Thema „Hiatal Surfaces“, federführend veranstaltet von Prof. v. Eynatten. Im Rundgespräch „Forschungsperspektiven der sedimentären Geologie“, das am 21. und 22. Juni 2013 in Darmstadt stattfand, wurde das Thema „Hiatal Surfaces“ als herausfordernd, innovativ und potentiell erfolgversprechend für ein längerfristiges Projekt angesehen.

Bericht über das Rundgespräch „Minimalinvasive geologische Erkundungstechnologie“

Herr Harms berichtet in Vertretung für Herrn Clauser (RWTH Aachen) vom Rundgespräch zum Thema „Minimalinvasive geologische Erkundungsmethoden“, das am 8. und 9. Oktober 2013 in Hannover stattgefunden hat. An dem Gespräch nahmen neben Geowissenschaftlern auch Vertreter der Serviceindustrie und Genehmigungsbehörden sowie Bohringenieure teil. Vor dem Hintergrund, dass heute verlässliche Bohrtechnik auf Kohlenwasserstoff-Standards beruht und die Kosten dafür im Zusammenhang etwa mit Erkundungsbohrungen für Geothermie und geologische Speicher oder auch wissenschaftliche Fragestellungen zu hoch sind, sollte diskutiert werden, wie die Entwicklung preiswerter, minimal-invasiver Bohrtechnologie vorangetrieben werden könnte. Konkrete Ziele dieser Initiative sind

  • notwendige Forschungsarbeiten auf den Gebieten der Bohr- und Materialtechnik anzustoßen,
  • verfügbare Messtechnik sowie geowissenschaftliche Interpretation der gewonnenen Daten voranzubringen,
  • den Geowissenschaften die für ihre Forschung notwendige Bohrtechnologie anzubieten,
  • dazu Vertreter aus Hochschule, Forschungseinrichtungen und Industrie zusammenzubringen,
  • unterschiedliche Vorgehensweisen zu erörtern um die erforderlichen Forschungsarbeiten voranzubringen.

Das Rundgespräch war in Hinsicht auf die erfolgversprechend erscheinende Strategie ergebnisoffen. Die Impulsvorträge fokussierten auf Bohrtechniken für kleinkalibriges Bohren, die Sicherung solcher Bohrungen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für Forschungsbohrungen. Herr Harms stellt einige wichtige Ergebnisse des Rundgesprächs vor aus denen sich folgende zu klärenden Grundfragen ergeben:

  • Was ist technisch möglich?
  • Was ist rechtlich zulässig?
  • Welche wissenschaftlichen Daten lassen sich gewinnen?

Die Teilnehmer des Rundgesprächs schlagen u.a. vor, als Machbarkeitsstudie eine bohrtechnische Masterarbeit in Clausthal oder Freiberg zu vergeben sowie nach einer Finanzierungsmöglichkeit für eine Testbohrung zu suchen (Bundesministerien, Geo:N, Industrieförderung).

Bericht über das Rundgespräch "Wissenschaftliche Karrierewege – gegenwärtige Anforderungen und zukünftige Perspektiven"

Herr Jurasinski berichtet vom Rundgespräch "Wissenschaftliche Karrierewege – gegenwärtige Anforderungen und zukünftige Perspektiven", das vom 10. bis 12. Oktober 2013 in Potsdam stattgefunden hat. Zu Beginn informierten Impulsreferate über Fördermöglichkeiten und Unterstützungen für Nachwuchs im Integrated Marine PostDocs Network (IMAP), über aktuelle Wege zur Professur und über Arbeits- und Karrieremöglichkeiten in einem Explorationsunternehmen. Im Anschluss wurden zunächst positive und negative Aspekte des Berufs aus Sicht von Nachwuchs-Wissenschaftlern erörtert. Bei der anschließenden Ausarbeitung der Eckpunkte eines geplanten Thesenpapiers habe die Gruppe zusammenfassend festgehalten, dass folgende Aussage aus der Strategieschrift „Dynamische Erde“ der Geokommission noch immer Bestand hat: “Der motivierten und positiven Haltung des Nachwuchses bezüglich der wissenschaftlichen Inhalte und Arbeitsweisen steht ein Mangel an längerfristiger Perspektive gegenüber.”
Die umfangreichen Ergebnisse der Diskussionen sollen wieder über einen Beitrag in GMit und auf der Website der SK ZAG veröffentlicht werden.

Bericht über das Rundgespräch „AlpArray – Imaging transient processes on different scales during mountain building“

Herr Handy (TU Berlin) berichtet über das Rundgespräch „AlpArray – Imaging transient processes on different scales during mountain building“, das am 5. und 6. Juni in Hofgeismar stattgefunden hat. Das geplante Arbeitsgebiet von AlpArray um die Alpen ist eine seismisch aktive Gegend, in der die Kenntnisse über die Risikoverteilung verbessert werden sollen. Die Alpen selbst sind eine Art Naturlabor für die Untersuchung der dabei entscheidenden Prozesse. Nach eingehender Diskussion wurden die folgenden vier Themenbereiche definiert:

  • Probing reorganizations of the lithosphere
  • Gauging surface response to changes in deep structure on different scales
  • Capturing deformation of the crust and mantle during mountain building
  • Tracking motion and seismicity from the present backwards in time

Aufbau einer gemeinsamen geowissenschaftlichen Fachgesellschaft

Herr Littke berichtet von den Entwicklungen im Zusammenhang mit der geplanten Gründung eines geowissenschaftlichen Dachverbandes. Eine Satzung sei inzwischen ausgearbeitet und bis auf eine Ausnahme von den beteiligten Gesellschaften angenommen. Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG) werde sich auf ihrer nächsten Sitzung im Frühjahr 2014 mit der Satzung beschäftigen, so dass sich die Vorstände aller beteiligten Gesellschaften danach treffen können, um den Prozess weiter voranzubringen. Herr Littke informiert, dass die Deutsche Geologische Gesellschaft (DGG) und die Geologische Vereinigung (GV) voraussichtlich im Herbst 2014 fusionieren werden.

Öffentliche Diskussion kontrovers diskutierter Themen mit Geo-Bezug

Die SK ZAG sieht in jüngster Zeit bei vielen Themen mit Geo-Bezug, wie etwa Fracking, CCS, der Endlagerung radioaktiver Stoffe, Geo¬ther¬mie oder auch der Rohstoff-Gewinnung an Land und in der Tiefsee vermehrt Bedarf, die öffentliche Diskussion von Seiten der Wissenschaft mit fachlich fundierter Aufklärungsarbeit, z.B. in Form von Informations¬veranstal¬tun¬gen zu begleiten. Die SK ZAG kann zu diesem Themen kompetente Beratung liefern.

Zusammenarbeit zwischen Universitäten und HGF-Einrichtungen

Herr Wefer erläutert den Vorstoß der SK ZAG, die Zusammenarbeit der Universitäten mit den Einrichtungen der Helmholtz-Gesellschaft aus dem Bereich der Geowissenschaften zu fördern. Um einen Überblick über die bestehenden Kooperationen und weitere Möglichkeiten zu bekommen wurden die betroffenen Einrichtungen gebeten, sich bei der SK ZAG vorzustellen. In der heutigen Sitzung stellen Herr Jokat das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Herr Weber das Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ) vor. Herr Lüniger schlägt vor, bei der GeoFrankfurt 2014 ein Symposium zu veranstalten, bei dem sich die Helmholtz-Gesellschaften in ähnlicher Form der gesamten Geogemeinde vorstellen.

Herr Wefer schlägt vor, mit Blick auf die Zusammenarbeit von Universitäten und HGF-Einrichtungen ein Rundgespräch zum Thema „Geowissenschaftliche Forschung in den Polargebieten“ zu organisieren. Bei diesem Gespräch solle auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eingebunden werden. Das Rundgespräch soll am 25.2.14 in Bremen stattfinden.

Verschiedenes

Die 7. Sitzung der SK ZAG findet am 12. und 13. März 2014 in Berlin statt.

zuletzt geändert am 2014-12-02 08:58:59 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum