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DFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der GeowissenschaftenDFG-Senatskomission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften
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Newsletter 08/2014

Nach jeder Sitzung berichtet die Senatskommission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften (SK ZAG) in einem Newsletter über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen. Der Newsletter 08/2014 basiert auf dem Protokoll der 8. Sitzung der SK ZAG, die am 29. und 30. Oktober 2014 in Potsdam stattfand.

Diskussion zum Arbeitsplan der SK ZAG in der Mandatsperiode 2014 – 2017

1) Beratung der Gremien der DFG

Im Arbeitsauftrag wird als eine wesentliche Aufgabe die Beratung der Gremien der DFG in geowissenschaftlichen Fragen definiert. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung vieler dieser Fragen für Wirtschaft und Gesellschaft ist dies für die SK ZAG eine wichtige Aufgabe. Für deren Erfüllung ist insbesondere der teilweise stark gefährdete Kompetenzerhalt an den Universitäten von zentraler Bedeutung. Da es sich auch um Themen handelt, die in der Bevölkerung sehr kontrovers diskutiert werden, ist nicht nur natur- und ingenieurwissenschaftliche Kompetenz, sondern auch eine Beteiligung der Sozial- und Geisteswissenschaften notwendig.

Die SK ZAG diskutiert diesen Aspekt zunächst am Thema Endlagerung radioaktiver Abfälle. Die Endlagerung ist in diesem Zusammenhang ein sehr spezielles Thema, da es mit großer Verantwortung auch für zukünftige Generationen verbunden ist und hier Kontinuität eine äußerst wichtige Rolle spielt. Auch aus diesen Gründen ist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover (BGR) als Behörde zuständig für diesen Bereich. Daneben sollte aber auch die Fachkompetenz an den Universitäten nicht verloren gehen, denn eine breite Grundlagenforschung ist für viele Aspekte weiterhin enorm wichtig. Im Fokus der Forschung sollten zukünftig insbesondere Defizite aufgearbeitet werden etwa

  • im Bereich der Erkundung des Untergrunds (Kartierung Deutschlands mit Fokus auf potentielle Wirtsgesteine),
  • bei der Eichung numerischer Modelle an der Realität oder
  • beim Aufbau von Geo-Laboratorien.

Das BMBF hat zum Thema Kompetenzerhalt kürzlich zwei Fachgespräche geführt, das auf der Basis dieser Gespräche erarbeitete Positionspapier stehe kurz vor der Fertigstellung.

Verwiesen wird auf die Website der Forschungsplattform ENTRIA (Entsorgungsoptionen für radioaktive Reststoffe: Interdisziplinäre Analysen und Entwicklung von Bewertungsgrundlagen). Diese Plattform bietet in einigen Bereichen Hilfestellungen zur thematischen Orientierung (s. Links). Darüber hinaus wird die Endlagerkommission (Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe) demnächst erneut den Forschungsbedarf formulieren.

Auch das geplante Rundgespräch zum Thema „Anthropogen induzierte geochemische Gradierten in niedrig-permeablen tiefengeologischen Formationen“ soll sich Fragen im Zusammenhang mit der Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle widmen. Organisiert wird es von Herrn Thorsten Schäfer vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der bereits Vorgespräche geführt hat. Das Rundgespräch soll nun im Januar 2015 initiiert werden. Die SK ZAG schlägt vor, die Öffentlichkeit bei diesem Thema frühzeitig mitzunehmen und zum Rundgespräch auch Vertreter aus den Sozialwissenschaften einzuladen.

Es wird betont, dass die öffentliche Kommunikation von schwierigen Themen wie Endlagerung, CCS, Fracking oder Geothermie nicht allein von den Geowissenschaften zu leisten ist. Zwingend notwendig ist hier die Einbindung der Gesellschaftswissenschaften. Die Brücke sollte dabei von den Geowissenschaften aus geschlagen werden. Es wird vorgeschlagen, zur Ausarbeitung von Ideen für eine Zusammenarbeit mit den Gesellschaftswissenschaften eine Arbeitsgruppe einzurichten.

2) Analyse der strukturellen Stärken und Schwächen der geowissenschaftlichen Forschung; Perspektiven, Handlungsvorschläge

Die SK ZAG wird sich auch in dieser Mandatsperiode mit der Analyse der Stärken und Schwächen der geowissenschaftlichen Forschung in Deutschland beschäftigen und auf der Basis dieser Analyse Handlungsvorschläge erarbeiten. Ein Beispiel aus der letzten Mandatsperiode ist das vom Vorsitzenden der SK ZAG initiierte und im Februar 2014 durchgeführte Rundgespräch zum Thema „Geowissenschaftliche Forschung in den Polargebieten“ bei dem eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung der bestehenden und Initiierung neuer Zusammenarbeit zwischen Großforschungseinrichtungen und Universitäten erarbeitet wurden. Mit dem Ziel, zukünftig polarbezogene Lehrangebote an Universitäten anzuregen und so auf diesem Feld dem Kompetenzverlust entgegenzuwirken, entstand als Basis auch eine Liste der Studiengänge mit Polarbezug in Deutschland, die auf der Website der SK ZAG abgerufen werden kann (s. Links).

Wichtige zukünftige Themen ergeben sich aus dem auch schon unter 1) diskutierten Kompetenzverlust an den Universitäten in vielen geowissenschaftlichen Forschungsfeldern. Dies betrifft neben den dort erwähnten Themen Endlagerung, Geothermie, CCS oder Fracking auch andere Bereiche der Grundlagenforschung wie etwa die Paläontologie.

3) Förderung der interdisziplinären Forschung, Integration der geowissenschaftlichen Fachrichtungen, Interaktion mit Nachbardisziplinen (inkl. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften)

Auf einer der nächsten Sitzungen der SK ZAG soll zu diesem Thema ein Tagesordnungspunkt vorbereitet werden. Dazu sollen auch Vertreter der Fachgesellschaften der betroffenen Nachbardisziplinen eingeladen werden.

4) Weiterentwicklung und Begleitung des Programms Geotechnologien

Die SK ZAG sieht auf der Basis des bisherigen Erfolgs großes Potential, dieses Programm fortzusetzen. Herr Lüniger wird auf der Frühjahrssitzung der SK ZAG den Zwischenstand der Gespräche vorstellen.

5) Förderung der deutschen Beteiligung an internationalen geowissenschaftlichen Forschungsprogrammen

Als Vorzeigeprojekt für eine äußerst erfolgreiche Kooperation auf europäischer Ebene soll auf der nächsten Sitzung das European Consortium for Ocean Research Drilling (ECORD) vorgestellt werden. Dazu wird Herr Gilbert Camoin, Direktor der ECORD Managing Agency, eingeladen.

6) Formulierung des Bedarfs an Großgeräten und Förderung der effizienten Nutzung und Entwicklung gemeinsamer Infrastruktur-/Technologie-Plattformen und Forschungseinrichtungen

Die SK ZAG wird sich weiterhin mit der Begleitung des DFG-geförderten Hochleistungs-Beschleuniger-Massenspektrometers in Köln beschäftigen und hat auch bis 2017 das Mandat, die Mitglieder des Beschleuniger-Beirats, der sich u.a. um einen angemessenen Zugang von Universitäten kümmert, zu ernennen. Darüber hinaus soll es einen neuen Vorstoß geben, Ideen für weitere Großgeräte bzw. Infrastruktur- oder Technologie-Plattformen zu entwickeln. Großes Potential sieht die SK ZAG im Bereich eines GeoLaB (s.u.).

7 )Intensivierung der Kontakte und Abstimmung mit thematisch benachbarten Kommissionen und Gremien der DFG

Die Abstimmung mit den Fachkollegien Geologie und Paläontologie (314), Geophysik und Geodäsie (315) und Geochemie, Mineralogie und Kristallographie (316) funktioniert über den Austausch der Sitzungsprotokolle und die Teilnahme von Fachkollegiaten an den Sitzungen der SK ZAG sehr gut, ebenso der Kontakt mit der benachbarten DFG-Senatskommissionen für Ozeanographie und dem Nationalkomitee für Global Change Forschung. In der laufenden Mandatsperiode wird insbesondere mit Blick auf die längerfristige Bearbeitung der Kernaufgaben der Abstimmung der Aufgabenbereiche mit der SK für Ozeanographie und der SK für Wasserforschung besondere Bedeutung zukommen.

8) Vertretung der Geowissenschaften in internationalen Organisationen

Zurzeit wird ein Antrag auf Durchführung eines gemeinsamen geologischen Weltkongresses 2023/24 in Berlin vorbereitet. Federführend hierbei sind die geowissenschaftlichen Helmholtz-Einrichtungen (GFZ, GEOMAR, AWI, UFZ) sowie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Beteiligen werden sich auch die geowissenschaftlichen Fachgesellschaften und Museen. Die Senatskommission begleitet und berät die Bewerbungsphase aus universitärer Sicht.

9) Unterstützung der geowissenschaftlichen Fachgesellschaften beim Aufbau einer gemeinsamen Interessenvertretung „Feste Erde“

Die SK ZAG sieht die Verschmelzung von Geologischer Vereinigung (GV)und Deutscher Geologischer Gesellschaft (DGG) als ersten Schritt bei den Bemühungen der schlagkräftigen Organisation der Geowissenschaften in Deutschland. Das Ziel eines gemeinsamen Dachverbands der Geowissenschaftlichen Gesellschaften der Festen Erde wird weiter verfolgt.

Es wird vorgeschlagen, jeweils nach den Sitzungen der SK ZAG einen kurzen Bericht zu den aktuell diskutierten Themen in GMit zu veröffentlichen. Diesem Vorschlag wird zugestimmt.
Die SK ZAG wird – auch mit Blick auf die langfristige Bearbeitung – auf der nächsten Sitzung diskutieren, welche Arbeitsgruppen zur Bearbeitung aktueller Aufgaben eingerichtet werden sollen. Folgende Themenbereiche wurden bislang vorgeschlagen:

  • Endlagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe
  • Einbeziehung der Gesellschaftswissenschaften in Hinblick auf kontrovers diskutierte Geo-Themen (Akzeptanz in der Bevölkerung)
  • Großgeräte
  • Kompetenzerhalt an den Universitäten

Links:

Rundgespräche

Rundgespräch Geowissenschaftliche Forschung in den Polargebieten

Liste der Studiengänge mit Polarbezug in Deutschland

ENTRIA

Verschmelzung von GV und DGG; Aufbau eines geowissenschaftlichen Dachverbands

Herr Littke fasst die Entwicklung hin zur Verschmelzung von geologischer Vereinigung (GV) und Deutscher Geologischer Gesellschaft (DGG) zusammen. Während der GeoFrankfurt 2014 fanden am 23. September 2014 die Mitgliederversammlungen von GV und DGG statt, bei denen der Zusammenschluss von GV und DGG beschlossen wurde. Nachdem bereits die DGG-Mitglieder einstimmig zugestimmt hatten, fiel die anschließende Abstimmung der GV-Mitglieder ebenfalls einstimmig aus. Damit wird ab Januar 2015 die gemeinsame Gesellschaft „Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung“ (DGGV) starten. Präsident der DGGV wird Herr Reinhard Gaupp aus Jena. Diese Verschmelzung ist nun ein erster wichtiger Schritt hin zu einer besseren und schlagkräftigeren Organisation der Geowissenschaften in Deutschland. Auch die Initiative zur Gründung eines gemeinsamen Dachverbands der Geowissenschaftlichen Gesellschaften der Festen Erde kommt voran. Neben den vier Fachgesellschaften Geologie, Geophysik, Mineralogie und Paläontologie gibt es auch bei weiteren Verbänden Signale zur Bereitschaft der Integration. Die GeoBerlin 2015 (4. bis 7. Oktober 2015, Potsdam) bietet ein gutes Forum, um den weiteren Weg zu einem gemeinsamen Dachverband zu diskutieren.

Die SK ZAG dankt Herrn Littke, Herrn Zulauf, Herrn von Blanckenburg und allen am Prozess Beteiligten für Ihren Einsatz beim Zusammenschluss von GV und DGG sowie beim Aufbau eines Dachverbands der Geowissenschaftlichen Gesellschaften.

Integrated Ocean Drilling Program (IODP)

In Vertretung von Herrn Erbacher berichtet Herr Bornemann über das International Ocean Discovery Program (IODP). Er gibt einen Überblick über die seit Frühjahr 2014 abgeschlossenen Expeditionen 349 bis 352, die mit JOIDES Resolution durchgeführt wurden. Im Anschluss stellt er die für 2014 und 2015 geplanten Expeditionen 353 bis 356, 359 und 360 mit JOIDES Resolution vor, an denen insgesamt elf Wissenschaftler aus Deutschland teilnehmen werden. Bei zwei dieser Expeditionen sind darüber hinaus Kollegen aus Deutschland Co-Chiefs. Die Expedition 357 wird im Herbst/Winter 2015 mit einer Mission Specific Platform (MSP) durchgeführt, Co-Chiefs sind Gretchen Früh-Green und Beth Orcutt. Ziel ist die Untersuchung hydrothermaler Prozesse in einem metamorphen Komplex am Kreuzungspunkt zwischen Mittelatlantischem Rücken und Atlantis Transform Fault. Mit den Bohrgeräten MARUM-MeBo und Rockdrill 2 vom British Geological Survey sollen dazu an insgesamt zehn Lokationen in Wassertiefen zwischen 750 und 1.770 Meter 50 bis 80 Meter lange Kerne gewonnen werden. Nach 2015 sind mit JOIDES Resolution die Expeditionen 361 bis 363 im Indischen und Pazifischen Ozean geplant sowie zwei weitere MSP-Expeditionen beim Chicxulub Impaktkrater (Exp. 364) und in der Antarktis (Antarctic Paleoclimate).

Beim Übergang vom Integrated Ocean Drilling Program zum International Ocean Discovery Program ist die Quote der eingeladenen deutschen Teilnehmer etwa gleich geblieben (Quotient Bewerbungen/Einladungen 2,7 bzw. 2,8), der Anteil der außeruniversitären Bewerbungen hat zugenommen (Quotient univ./außeruniv. Bewerbungen vorher 2,0 jetzt 3,5).

Besondere Highlights in IODP Deutschland waren 2014 die ECORD Summer School, die vom 22. September bis 2. Oktober zum Thema „Subseafloor Biosphere: Current Advances and Future Challenges“ am MARUM in Bremen durchgeführt wurde sowie das IODP/ICDP Berichtskolloquium der DFG, das vom 17. bis 19. März an der Universität Erlangen stattfand. Im Anschluss an das Kolloquium fand die GESEP School zum Thema „Initial Drill-Core Processing, Analyses and Archiving“ statt sowie die Wissenschaftsshow „Unterirdisch“ für Kinder und Jugendliche. Die Show war ein großer Erfolg, das Format soll beim IODP/ICDP-Kolloquium 2015, das vom 2. bis 4. März in Bonn stattfindet, wiederholt werden.

International Continental Scientific Drilling Program (ICDP)

Herr Horsfield berichtet anhand einer Tischvorlage zu ICDP. Zur Deadline im August 2014 wurden im DFG-Schwerpunktprogramm 1006 Bereich Infrastruktur - Internationales Kontinentales Bohrprogramm (ICDP) 47 Anträge zu 23 Bohrprojekten eingereicht. Die Bewilligungen werden im Januar 2015 erwartet.
In 2012 und 2013 wurden 96 peer-reviewed ICDP-Publikationen veröffentlicht, eine davon in Nature Communications, zwei in Science und zwei in Geology, es gab fünf Buchbeiträge und sechs ICDP-PIs fungierten als Editor für Special Issues. Im gleichen Zeitraum wurden 14 Doktor- sowie drei Diplom- und Masterarbeiten durchgeführt. Im März 2014 fand das IODP/ICDP Kolloquium am GeoZentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universi-tät Erlangen-Nürnberg, das nächste Kolloquium findet vom 2. bis 4. März an der Universität Bonn statt. Mitte 2015 soll die Suche nach einem neuen Koordinator für ICDP Deutschland beginnen, der Dienstantritt ist für 2016 geplant.
Im November 2013 fand in Potsdam die Science Conference "Imaging the Past to Imagine our Future" mit 164 Teilnehmern aus 29 Ländern statt. Grundlage der Diskussionen waren die Empfehlungen der Evaluation von ICDP im Mai 2011:

  • Entwicklung eines Science Plan 2013
  • Förderung vorhandener und Erschließung neuer Wissenschaftsbereiche
  • Stärkere Förderung der Zusammenarbeit mit der Industrie
  • Gewinnung neuer Mitglieder
  • Stärkung der Zusammenarbeit mit anderen Bohrprogrammen
  • Bereitstellung von Daten für die Entwicklung und Verfeinerung von Modellen für den Klimawandel, die Ressourcenbewertung und Naturgefahrenminderung

Das White Paper soll nun bis Dezember fertiggestellt werden. Die fünf Science Topics

  • Active Faulting and Earthquake Processes
  • Heat and Mass Transport
  • Global Cycles
  • Cataclysmic Events
  • Subsurface Biosphere

werden darin mit dieser jeweils gleichen Struktur abgehandelt:

  • Lay of the Land (Socioeconomics comments)
  • Past Accomplishments in ICDP
  • Fundamental Open Questions
  • Future Scientific Targets
  • Drilling Issues
  • Recommendations
  • References

Die ICDP Website wurde von Grund auf erneuert und ist nun sehr viel attraktiver und auch mit mobilen Geräten leicht navigierbar. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind verschiedene Aktivitäten wie eine Broschüre für Kinder, mehr Aktivität bei sozialen Medien (Facebook, Twitter) und weitere Projekte geplant. Auch soll über die Nutzung von ehemaligen Bohrlokationen als Geoparks nachgedacht werden. Die Kooperation mit anderen Bohr-Programmen, insbesondere mit IODP, soll verstärkt werden durch Austausch von Bohrvorschlägen, gemeinsame thematische Workshops und Bohrprojekte. Ein weiterer wichtiger Aspekt im zukünftigen ICDP ist die Gendergerechtigkeit.

Ein wesentlicher Aspekt der Umsetzung der Ergebnisse der Evaluation von 2011 ist die Neustrukturierung von ICDP. Herr Horsfield stellt das momentane und mögliche zukünftige Modelle für Organisationsstruktur vor. Noch zu klären ist insbesondere die Frage, ob der neue Vorsitzende selbst die Management-Aufgaben übernimmt oder ihm ein Vollzeit-Manager zur Seite gestellt wird. Eine neue Stelle ist bewilligt und könnte im nächsten Jahr besetzt werden. Die SK ZAG diskutiert verschiedene Aspekte der Neustrukturierung von ICDP. Als erfolgreiches Modell für eine bessere finanzielle Basis könne ECORD dienen. Hier gebe es einen klaren Bezug zwischen der Höhe des Beitrags und den Gegenleistungen. Auch die Suche nach Industriekooperationen, z.B. auf Projektebene, könnte zusätzliche Mittel akquirieren.

Links:

ICDP

ICDP Deutschland

Vorstellung des neuen Schwerpunktprogramms EARTHSHAPE: Earth Surface Shaping by Biota (SPP 1803)

Herr Ehlers stellt das neue DFG-Schwerpunktprogramm EARTHSHAPE: Earth Surface Shaping by Biota (SPP 1803) vor. Für das Informationstreffen, das zeitgleich mit der Sitzung der SK ZAG am GFZ stattfindet, haben sich 85 Teilnehmer angemeldet. Deadline für Einzelanträge im Rahmen des SPP 1803 ist Ende Februar 2015.

Link:

SPP EARTHSHAPE

Bericht Erprobungsfahrt FS SONNE und Einsatz MARUM- MeBo200

Herr Wefer berichtet von der Erprobungsfahrt des neuen Forschungsschiffs SONNE, die vom 15. bis 24. Oktober in der Nordsee stattfand. Das Schiff ersetzt die alte SONNE und wird in den kommenden 30 Jahren als schwimmende Forschungsplattform vor allem im Indischen und im Pazifischen Ozean unterwegs sein. Die Expeditionen werden auf der Basis begutachteter Anträge stattfinden. Der Bau wurde finanziert vom Bund und den norddeutschen Ländern, bereedert wird das Schiff von der Firma Briese in Leer. 40 Plätze für Wissenschaftler und Techniker und 10 Labore stehen an Bord der Sonne zur Verfügung. In Sachen Antriebstechnik und Abfallbehandlung erfüllt die neue Sonne die Anforderungen des Umweltlabels „Blauer Engel“. Die Probefahrt verlief äußerst erfolgreich, die Teilnehmer waren beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich hier zukünftig bieten.
Während der Fahrt verlief auch die Erprobung des neuen Meeresbodenbohrgeräts MARUM-MeBo200 erfolgreich. Das MeBo200 ist eine Weiterentwicklung des seit vielen Jahren eingesetzten MeBo70. Trotz schwieriger Wetterbedingungen hat das Gerät die Erwartungen voll erfüllt. Insbesondere hat das Zusammenspiel zwischen Aussetzschlitten, Winde und Bohrgerät, das hier zum ersten Mal getestet werden konnte, problemlos funktioniert.

Link:

Logbuch der Probefahrt

Vorstellung eines geplanten Rundgesprächs zum Projekt GeoLaB

Herr Kohl stellt GeoLaB (Geothermie-Labor im Bergwerk) vor, eine Helmholtz-Großinfrastruktur-Initiative der Zentren KIT, GFZ und UFZ. Geplant ist der Ausbau eines bestehenden Bergwerks zu einem Untertagelabor im stark geklüfteten, kristallinen Grundgebirge. GeoLaB soll ausgelegt werden für kontrollierte Experimente unter hohen Fließraten und Randbedingungen, die bestmöglich an diejenigen geothermischer Reservoire angenähert sind. Ziele des hier vorgeschlagenen Rundgesprächs sind:

  • Einbindung der grundlagenorientierten Forschung der Universitäten in geplante Helmholtz-Infrastruktur
  • Bildung einer Diskussionsplattform zur Festlegung
    o der wissenschaftlichen Zielsetzung und Fragestellungen sowie
    o weiterer Forschungsthemen, die sich im GeoLaB realisieren lassen
  • Abklärung existierender bzw. neuer Großgeräte für einen Großgeräteantrag an die DFG
  • Design und die Instrumentalisierung der Experimente
  • Abklärung der Perspektiven einer DFG Förderung als
    o Forschergruppen oder
    o geowissenschaftliches Schwerpunktprogramm

Die SK ZAG begrüßt den Vorschlag von Herrn Kohl zur Durchführung eines Rundgesprächs zur Helmholtz-Initiative GeoLaB. Begrüßt wird insbesondere die vorbildliche frühzeitige Einbindung der Universitäten in die Gespräche. Die SK ZAG empfiehlt, bei den Überlegungen zu einem solchen Labor mehr allgemeine Forschungsaspekte zu integrieren und das Labor nicht allein auf Geothermie auszurichten. Auch solle über eine frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit nachgedacht werden und evtl. Vertreter von in dieser Hinsicht erfahrenen Organisationen zum Rundgespräch eingeladen werden.

Deutsches Forschungsbohrkonsortium GESEP e.V.

Herr Harms stellt insbesondere den neuen Mitgliedern der SK ZAG zunächst die Ziele und Arbeitsfelder von GESEP vor. GESEP ist eine Kooperation wissenschaftlicher Einrichtungen mit Interesse und Beteiligung an Forschungsbohrungen im Meer, auf Land und im Eis. Ziele sind:

  • Bündelung der deutschen Expertise und Förderung wiss. Austauschs
  • Außendarstellung dt. Bohraktivitäten und Forschungsprogramme
  • Aufbau Informationsplattform:
    o Know-How, fachliche Beratung
    o Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
    o technische und logistische Beratung zu Projekten
  • Unterstützung bei der Einführung technischer Neuentwicklungen
  • Ausbau der Industriekooperationen
  • Aufbau eines Archivs für kontinentale Bohrkerne
  • Aufbau und Koordination eines Datenarchivs
  • Weiterbildung und Training

Als Fördermöglichkeit für GESEP kommt momentan vor allem eine Projektförderung von DFG und Bundesministerien in Frage. Eine institutionelle Förderung zur Entwicklung von gemeinsamen Projekten ist dagegen eher schwierig. Gegenwärtig bieten aber Horizon2020 und EU Infrastrukturprojekte Möglichkeiten zur Finanzierung.

Die GESEP School 2015 findet zum Thema „Site Survey and Preparatory Work“ am 4. und 5. März 2015 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn statt, Bewerbungen für die Teilnahme können bis zum 23. Januar eingereicht werden.

Link:

GESEP

Vorstellung des neuen Schwerpunktprogramms Study of Earth System Dynamics with a Constellation of potential Field Misions (SPP 1788)

Herr Lühr stellt das neue DFG-Schwerpunktprogramm 1788 – Earth System Dynamics with a Constellation of potential Field Misions vor. Schwerpunkte der geplanten Untersuchungen sind Erdmagnet- und Erdschwerefeld, Stromsysteme in der Ionosphäre und Magentosphäre sowie die Thermosphäre und Ionosphäre. Primäre Zielstellungen sind

  • Die Dynamik des Systems Erde soll mit einem interdisziplinären Ansatz erforscht werden. Die Expertise in den verschiedenen Communities ist zu kombinieren.
  • Basis für die geplanten Studien sind hoch aufgelöste Messungen des Schwerefeldes, des Magnetfeldes und von Plasmagrößen.
  • Wesentliche Datenquellen sind Erdbeobachtungssatelliten in niedrigen Orbits, wie CHAMP GRACE und die Swarm 3-Satellliten-Konstellation.

Insgesamt wurde 37 Einzelanträge eingereicht, davon 19 von Universitäten, 14 von Helmholtz-Zentren, zwei von Max-Planck-Instituten und einer von einem Leibnitz-Institut. Die Begutachtung der Anträge ist bis Januar 2015 geplant, im Mai 2015 soll dann die Förderung beginnen. Das SPP 1788 wird koordiniert von Herrn Lühr und Frau Stolle am GFZ Potsdam.

Ausrichtung einer IUGG und/oder IUGS-(=IGC-) Konferenz in Deutschland im Zeitraum 2023/24

Herr Wefer berichtet zum Stand der Vorbereitungen zur Bewerbung für die Ausrichtung einer IUGG und/oder IUGS-(=IGC-) Konferenz in Deutschland im Zeitraum 2023/24. Die Finanzierung der Bewerbungsschrift ist gesichert, maßgeblich über die Helmholtz-Zentren. Auch die Fachgesellschaften wollen sich beteiligen, im Gespräch ist ein Beitrag von 1 Euro pro Mitglied. Die Veranstaltung soll am Kongresszentrum in Berlin stattfinden. Momentan werden die Ausschreibungstexte ausgearbeitet. Ab Januar 2015 wird für die Vorbereitungen eine neue Mitarbeiterin auf einer Halbtagsstelle eingestellt. Herr Kümpel ergänzt, dass man bemüht sei, den Stand für die Bewerbung bei der IGC-Konferenz in Kapstadt 2016 beeindruckend zu gestalten, eventuell gemeinsam mit GFZ und BGR. Es sollte bei den Planungen berücksichtigt werden, dass im Falle einer erfolgreichen Bewerbung Deutschlands für die Ausrichtung der Olympiade 2024 die IUGG und/oder IUGS-Konferenz für 2023 vorzusehen sei.

Vorstellung des Meeresbodenbohrgeräts MeBo200

Herr Wefer stellt das am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen entwickelte Meeresbodenbohrgerät MARUM-MeBo200 vor. Das Gerät ist eine Weiterentwicklung des seit 2005 erfolgreich eingesetzten Bohrgeräts MeBo70 mit einer nun größeren maximalen Bohrtiefe von 200 Metern. Mit beiden Geräten können Sedimente und Festgestein erbohrt werden. Die Geräte können dazu von normalen Forschungsschiffen aus eingesetzt werden und bieten somit oftmals kostengünstige Alternativen zu aufwendigen Expeditionen mit Bohrschiffen. Herr Wefer gibt einen Überblick über die bisherigen Arbeiten mit MeBo70. Er verweist auf mögliche Nutzungen der Bohrgeräte im Rahmen von ECORD. Beide Geräte werden zukünftig parallel genutzt und am MARUM für spezielle Forschungsfragen weiterentwickelt.

Link:

Informationen zum Meeresbodenbohrgerät MARUM-MeBo

Bericht über das Rundgespräch Hiatal Surfaces

Herr Wefer berichtet anhand der von Herrn Eynatten eingereichten Tischvorlage über die Ergebnisse des Rundgesprächs zum Thema Hiatal Surfaces. Das Rundgespräch fand am 21. und 22. Februar 2014 mit 27 Teilnehmern in Göttingen statt.

zuletzt geändert am 2015-12-09 10:28:45 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum