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Newsletter 09/2015

Nach jeder Sitzung berichtet die Senatskommission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften (SK ZAG) in einem Newsletter über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen. Der Newsletter 09/2015 basiert auf dem Protokoll der 9. Sitzung der SK ZAG, die am 19. und 20. Februar 2015 in Tübingen stattfand.

Vorstellung des neu eingerichteten DFG-Schwerpunktprogramms „Building a habitable Earth“

Herr Münker stellt das SPP „Building a habitable Earth“ (SPP 1833) vor. „Habitable Earth“ sei ein sehr öffentlichkeitswirksames und grundlegendes Thema der Geowissenschaften. Die Schlüsselfrage des SPP ist, wie die Erde zum einzigen bewohnbaren, felsigen Planeten mit Ozeanen und einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre in unserem Sonnensystem wurde. SPP 1833 ist in drei Bereiche gegliedert: i) Earth’s building materials (Grundbaustoffe der Erde); ii) Earth’s early internal processing (Interne Entwicklungsprozesse der frühen Erde); iii) Earth’s early Oceans / Atmosphere (Ozeane / Atmosphäre der frühen Erde). Zentrale Analytik zur Bearbeitung dieser Felder soll das erst kürzlich von der Firma Thermo Scientific vorgestellte hochauflösende Gas-Quellen Massenspektrometer „MAT253-Ultra“ sein. Dieses Massenspektrometer ist z.B. in der Lage, diagenetische Effekte bei 17O Analysen zu identifizieren (Schlüsselfrage: „heiße“ oder „niedrig-18O“ Ozeane im Archaikum?). Mit der Einrichtung eines solchen hochauflösenden Gas-Quellen Massenspektrometers als Kooperation zwischen den Standorten Göttingen, Bochum, Münster und Bremen wäre dies die erste Anlage dieser Art in Deutschland, und erst die Dritte weltweit. Der primäre Fokus des SPP 1833 liegt auf den Geowissenschaften mit einem breiten interdisziplinären Ansatz inkl. Geologie, Geochemie, Kosmochemie, Petrologie, Mineralogie, Geophysik, numerischer Modellierung und Geobiologie. Das Programm profitiert von i) einer nie dagewesenen Verfügbarkeit von unberührten alten terrestrischen und extraterrestrischen Gesteinsproben; und ii) neuen analytischen Techniken sowie experimentellen und computergestützten Ansätzen. Innerhalb des SPP wird eine Open Call Policy verfolgt. Der erste Aufruf zur Einreichung von Anträgen erging im August des vergangenen Jahres, Termin für die Einreichung war der 1. Dezember 2014. Die eingegangenen Anträge sind stark von den Universitäten geprägt. Von den 70 eingegangenen Anträgen kamen 62 von universitären Gruppen und nur acht von nichtuniversitären Gruppen. Auf die drei zentralen Themen verteilt gingen 19 Anträge im Bereich „Earth’s building materials“, 29 Anträge im Bereich „Earth’s early internal processing“, und 21 Anträge im Bereich „Earth’s early Oceans/Atmosphere“ ein. Das Gutachtergremium trifft sich im kommenden April. Der Beginn der Förderung wird für den Sommer 2015 erwartet. Vorbehaltlich der Finanzierung durch die DFG sollen gemeinsame Aktivitäten innerhalb des SPP sein: 1) Koordinierte Bewerbungen für Zugang zu extraterrestrischem Probenmaterial; 2) Koordinierte Beprobungskampagnen; 3) Gelände Workshops (Barberton, Pilbara); 4) Workshops zu speziellen Themen (z.B. Isotopentechniken, Geobiologie, Gebänderte Eisenerz Formationen); 5) Jungwissenschaftler Komitees und Mobilitätsprogramm, inkl. Jungwissenschaftler Workshop; 6) Vortragsprogramm mit eingeladenen Rednern (Invited speaker program); 7) Öffentlichkeitsarbeit – öffentliches Vortragsprogramm.

Link: www.habitableearth.uni-koeln.de

European Consortium for Ocean Research Drilling (ECORD)

Herr Camoin gibt einen Überblick über die Geschichte von DSDP, ODP, IODP, und stellt den aktuellen Science Plan des IODP vor. Themenschwerpunkte sind:

  1. Climate and Ocean Change: Reading the Past, Informing the Future
    (CO2, climate variability, sea-level change, ocean chemistry, ocean acidification)
  2. Biosphere Frontiers: Deep Life, Biodiversity, and Environmental Forcing of Ecosystems
    (limits of life, deep biosphere, impact of environmental and chemical changes on ecosystems)
  3. Earth Connections: Deep Processes and their impact on Earth’s Surface Environment
    (ocean crust formation, subduction zones, volcanic arcs, magmatic processes at ridges)
  4. Earth in Motion: Processes and Hazards on Human Time Scales
    (earthquakes, landslides, tsunamis, fluid flows, carbon storage)

IODP setzt sich derzeit aus 25 Mitgliedsstaaten zusammen, wovon 17 Staaten über ECORD beitragen. Potentielle neue IODP Mitglieder sind: die Tschechische Republik (ECORD), Russland (ECORD), Türkei (ECORD), Luxemburg (ECORD), Indonesien und Taiwan. Das Gesamtbudget von IODP liegt bei 200–205 Mio. US$/ Jahr. Der jährliche Beitrag der ECORD Mitglieder liegt zwischen $US 30.000 (Belgien) bis $US 5.600.000 (Deutschland). Für das Haushaltsjahr 2014 lag der Gesamtbeitrag von ECORD in IODP bei ca. 19 Mio $US (Bar und Sachleistungen), dies entspricht ca. 9–10% des gesamten IODP Budgets. Das ECORD Gesamtbudget gliedert sich wie folgt: Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Management: US$ 0,85 Mio.; feste Betriebskosten: US$ 2,92 Mio.; jährlicher Beitrag zu Expeditionen der Bohrschiffe RV JOIDES RESOLUTION und DV CHIKYU: US$ 8 Mio.; Betrieb von Mission Specific Platform (MSP) Expeditionen: US$ 7,23 Mio pro Jahr. Dementsprechend werden ca. 80% des ECORD Budgets für den operativen Betrieb ausgegeben, wobei das Budget für Mission Specific Platform (MSP) Einsätze wesentlich angestiegen ist. MSP Expeditionen im Rahmen von IODP werden durch die Organisation ESO (ECORD Science Operator) implementiert. Beteiligte Institute an ESO sind: British Geological Survey (Marine Geoscience Program), MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und das European Petrophysics Consortium (EPC) mit den Gruppen Geophysics & Borehole Research Group der University of Leicester, Laboratoir de Géophysique & Hydrodynamique en Forge der Université de Montpellier und Angewandte Geophysik der RWTH Aachen. Zwischen 2004 und 2013 fanden fünf MSP Expeditionen statt (Exp. 302: Antarctic Coring Expedition; Exp. 310: Tahiti Sea Level; Exp. 313: New Jersey Shallow Shelf; Exp. 325: Great Barrier Reef Environmental Changes; Exp. 347: Baltic Sea Paleoenvironment). MSP Expeditionen bestehen immer aus einer offshore und einer onshore Phase. Viele Untersuchungen, die auf JOIDES RESOLUTION oder CHIKYU schon an Bord gemacht werden können, sind während Expeditionen mit MSPs auf Grund der reduzierten personellen und räumlichen Verfügbarkeiten nicht möglich. Daher werden an Bord von MSPs nur grundlegende und zeitkritische Analysen gemacht. Alle weiteren IODP Standardprozeduren werden dann während der anschließenden Onshore Science Party am MARUM durchgeführt. Grundsätze des ECORD MoU für MSP Expeditionen in der neuen Phase (2013–2023):

  • ECORD ist verantwortlich für die Finanzierung und Implementierung von MSP Expeditionen im Rahmen von IODP als ein unabhängiger Platform Provider.
  • ECORD hat sich zum Ziel gesetzt, im Durchschnitt pro Jahr eine MSP Expedition für IODP zu finanzieren und zu implementieren.
  • MSPs können ein breites Feld von Bohr- und Kernsystemen beinhalten, inkl. speziell angepasster Polarschiffe, Jack-Up Plattformen, geotechnischer Schiffe, Meeresbodenbohr-Systemen, langem Kolbenlot, verankerten Bargen usw., je nach wissenschaftlichen Vorzügen und operativer Effizienz.

All diese Punkte haben eine erhöhte Sichtbarkeit und operative Flexibilität zur Folge. Der Einsatz von Bohrgeräten, die auch von konventionellen Forschungsschiffen aus ausgesetzt werden können, ist geplant (z.B. MARUM-MeBo70 und -MeBo200, BGS rockdrill und oriented drill, lange Kolbenlote von IPEV und IFREMER). Zusätzlich sollen neue Geräte (weiter-) entwickelt werden, z.B. Bohrloch Observatorien, In-Situ Druckmessungen, HYACE rotierender Kern, DeepIsoBUG und Hoch-Temperatur-Werkzeuge. ECORD wird außerdem Antragsteller von MSP Anträgen dabei unterstützen, zusätzliche finanzielle Unterstützung auf Projektbasis zu beantragen (z.B. EU, Industrie-Partnerschaften, erhöhter Beitrag von ECORD und IODP Mitgliedern, Stiftungsunterstützung, Sachleistungen). Dies soll zu erhöhter Finanzierungsflexibilität führen. Sachbeiträge (In-Kind Contributions, IKCs) können sein: die Bereitstellung von i) Bohrplattformen/Systemen, ii) Versorgerschiffen, iii) essentiellem wissenschaftlichem Service, iv) (Vor-)Untersuchungen von Gefahrenorten, v) landseitiger Einrichtungen in der Nähe der Bohrlokation, vi) Eis-Management, vii) entfernter Logistik und Assistenz. Jedes IODP Mitglied aber auch Nicht-Mitglieds-Land kann IKCs nach einer offenen Ausschreibung vorschlagen. IKCs Angebote werden durch ESO begutachtet und deren Gegenwert vom ECORD Council genehmigt. IKCs werden mit extra Plätzen in der Science Party der MSP Expedition, für die IKCs angeboten wurden, vergolten. In den kommenden fünf Jahren sind 4 MSPs geplant: 2015: Atlantis Massiv; 2016: Chicxulub; 2017: Antarktis; 2018: Arktis. In Kollaboration mit ICDP sind in Zukunft auch sogenannte Amphibious Drilling Proposals (ADPs) vorgesehen; z.B. ADP-796 Full: Landslide geohazards: Testing multiple trigger mechanisms at the Ligurian slope (A. Kopf et al.).

In einer Stellungnahme einer Kommission der National Science Foundation (NSF, USA) wird auf das sich entwickelnde Missverhältnis zwischen Ausgaben für Infrastruktur und Projektmittel im Bereich der Ozeanographie in den USA hingewiesen. Dazu gehört auch der Beitrag für IODP in Höhe von 50 Millionen US$/Jahr. Vorgeschlagen wird, die Ausgaben für IODP in Höhe von 10 % zugunsten von zusätzlichen Projektmitteln zu verändern. Der Umfang von vier Expeditionen/Jahr für JOIDES RESOLUTION soll jedoch unbedingt beibehalten werden. Die fehlenden Mittel in Höhe von ca. 5 Millionen US$ /Jahr sollen mit der Begründung, dass das jetzige Austauschverfahren mit der Nutzung von Plätzen auf dem japanischen Schiff CHIKYU und ECORD-Expeditionen ungünstig für die USA sei, bei den ausländischen Nutzern eingeworben werden.

Die SK ZAG hat die Stellungnahme einer Kommission der National Science Foundation (NSF, USA) mit dem Direktor des European Consortium for Ocean Research Drilling (ECORD), Gilbert Camoin, diskutiert. Die SK ZAG kann die Aussagen der Stellungnahme nachvollziehen. Die marinen Geowissenschaften in Deutschland haben ein großes Interesse daran, im Rahmen des erfolgreichen ECORD-Verbundes auch weiterhin Zugang zu Bohrplattformen zu bekommen, um in hochaktuelle internationale Forschungsprojekte eingebunden zu sein. Als besonders wichtig wird angesehen, dass die in ECORD gesteckten Ziele – eine Mission Specific Platform (MSP) Expedition im Jahr durchzuführen – auch erreicht werden können.

International Ocean Discovery Program (IODP)

Herr Erbacher berichtet über das International Ocean Discovery Program (IODP). Er gibt einen Überblick über die für 2015 geplanten Expeditionen 353-356 und 359, die mit JOIDES RESOLUTION durchgeführt werden sollen. Die Expedition 353 (Indian Monsoon Rainfall) wurde vor kurzem trotz anfänglicher Probleme bei der Erteilung von Forschungsgenehmigungen sehr erfolgreich abgeschlossen. Erstmals war mit Herrn Markus Fingerle ein deutscher Lehrer mit an Bord einer IODP Expedition. Auf der kürzlich gestarteten Expedition 354 (Bengal Fan) ist mit Volkhard Spieß (Universität Bremen) ein deutscher Co-Chief an Bord. Insgesamt werden an den in 2015 geplanten Expeditionen mit JOIDES RESOLUTION 15 Wissenschaftler aus Deutschland teilnehmen (exkl. Co-Chiefs). Die Expedition 359 (Maldives Monsoon & Sea Level) ist für Oktober-November 2015 terminiert. Auch hier wird mit Christian Betzler (Universität Hamburg) wieder ein deutscher Co-Chief an Bord sein. Die Expedition 357 wird im Herbst/Winter 2015 mit einer Mission Specific Platform (MSP) durchgeführt, Co-Chiefs sind Gretchen Früh-Green und Beth Orcutt. Im DFG-Schwerpunktprogramm 527 wurden bis zur Deadline Ende Januar 2015 45 Anträge eingereicht (2013 waren es 51). Herr Erbacher weist auf die Veranstaltung „Unterirdisch“ am Rande des kommenden ICDP-IODP Kolloquiums am 2. bis 4. März in Bonn hin, die erneut von TV-Moderator Johannes Büchs moderiert wird. Themen der Show werden Paläoklima und Geohazards sein. In der ca. 90-minütigen Geo-Show für Schulklassen mit Wissenschaftlern wird es auch Live-Schaltungen zur JOIDES RESOLUTION und ins IODP-Bohrkernlager am MARUM in Bremen geben. Es haben sich bisher 480 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Die Show wird wie im letzten Jahr live im Internet übertragen.

International Continental Scientific Drilling Program (ICDP)

Herr Oberhänsli berichtet über das Programm ICDP. Im DFG-Schwerpunktprogramm 1006 –Bereich Infrastruktur – Internationales Kontinentales Bohrprogramm (ICDP) wurden zur aktuellen Deadline insgesamt 47 Anträge zu 23 Bohrprojekten eingereicht. Die Bewilligungen werden Ende Februar 2015 erwartet. Über das ICDP Koordinierungsbüro wurden in 2014 fünf Workshops organisiert:

  • Alpine Fault: April 2014, “Technical workshop for DFDP-2” (Wellington, Neuseeland)
  • Lake Ohrid: Oktober 2014, 4. SCOPSCO Workshop (Hull, Großbritannien)
  • Iceland: September 2014, “Krafla Magma Drilling Workshop” (Krafla, Island)
  • Dead Sea: November 2014, “Science workshop” (Ein Gedi, Israel)
  • Deep Carbon Observatory: November 2014 “Deep Life Workshop” (Potsdam, Deutschland)

In 2015 ist ein Workshop zu den Hominin Sites (1st Annual Meeting, Tucson, USA) geplant. Im November 2014 wurde im Hominin Sites and Paleolakes Drilling Projekt, Ostafrika, die Bohrung Chew Bahir (Äthopien) mit einer Endtiefe von 278 Metern erfolgreich beendet. Auch die Kerne dieser Bohrung sollen in den USA gelagert werden. Die Bohrung DFDP-2 Alpine Fault, Neuseeland, wurde im Oktober 2014 begonnen und musste leider im Dezember 2014 vorzeitig bei 893 Metern Tiefe aus technischen und Sicherheitsgründen beendet werden. Im Projekt Collisional Orogeny in the Scandinavian Caledonides (COSC) wurde die Bohrung COSC-1 im Juli-August 2014 erfolgreich abgeteuft. Im Februar 2015 wird die erste Sampling Party in diesem Projekt an der BGR in Berlin-Spandau stattfinden. Im Projekt GONAF, North Anatolian Fault, Türkei, wurden die Observatorien Wells (Seismometer Array und Strainmeter) Nr. 4 bis 7 in Büyükada, Esenköy, Bozborun, Sivriada angelegt. Für 2015 sind die folgenden Bohrungen geplant:

  • North Anatolian Fault (GONAF): Fertigstellung Bohrungen 4 bis 7 in Februar – März 2015
  • Lake Towuti: Frühling 2015

Für das Projekt Oman Ophiolite wird derzeit noch nach passenden Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Finanziell weiterhin unterstützt durch das Koordinationsbüro wurden die Projekte:

  • S. Krastel (U. Kiel): Bathymetrie nach dem Ercan Erdbeben mit Seismik. Transportkosten Bohrgeräte, Lake Van Projekt (Türkei).
  • H. Kämpf (GFZ Potsdam): Geländearbeiten zur Auswahl Bohrstandorten für PIER-ICDP (Vogtland / Eger Rift)

In 2013 und 2014 wurden 103 peer-reviewed ICDP-Publikationen veröffentlicht, eine davon in Nature Communications, zwei in Science und zwei in Geology, es gab vier Buchbeiträge und fünf ICDP-PIs fungierten als Editor für Special Issues. Im gleichen Zeitraum wurden zehn Doktor- sowie drei Diplom- und Masterarbeiten und vier Bachelorarbeiten durchgeführt. Das ICDP-IODP-Kolloquium 2014 fand vom 17. bis 19. März an der Universität Erlangen statt, die Organisationsverantwortung lag beim IODP Koordinationsbüro. Es gab insgesamt 187 Teilnehmer (davon 57 von ICDP), 213 eingereichte Beiträge (davon 49 von ICDP), 19 wissenschaftliche Vorträge (davon 11 von ICDP) und 94 Poster (davon 38 von ICDP). Das ICDP-IODP-Kolloquium 2015 findet vom 2.-4. März 2015 am Steinmann-Institut der Universität Bonn statt. Die Organisation liegt in diesem Jahr wieder beim ICDP Koordinationsbüro in Zusammenarbeit mit Herrn Litt (Universität Bonn). Sonstige Aktivitäten des Koordinationsbüros umfassen: i) Entwurf/Vorstellung von Postern, Aushängen und Texten, ii) Anlaufstelle für deutsche Wissenschaftler, iii) Internetauftritt mit aktuellen Informationen (z.B. timelines mit monatlichem Überblick aktiver ICDP Projekte), iv) Sammlung der Daten der letzten fünf Jahre für Neuantrag ICDP Deutschland und Statusbericht, v) Aktualisierung des Statusberichts per Mitte 2015, vi) Fortsetzungsantrag in Vorbereitung.

Stand der Bewerbung Deutschlands für den 37th „International Geological Congress“

Herr Oberhänsli berichtet, dass das Landeskomitee sehr konkrete Pläne für die Bewerbung auf dem 35. International Geological Congress (IGC) in Kapstadt zusammengestellt hat. Eine Orientierung Richtung Ost-Europa wird angestrebt, dort läge sicher viel Potential. Es ist angedacht, Frankreich als weiteren Partner anzusprechen. Es soll ein attraktives Programm mit Übersichtsthemen und ein Exkursionsprogramm, das das Publikum anzieht, entworfen werden. Weiterhin möchte man aktiv mit dem Standort Berlin werben, auch mit Blick auf Fragen der Sicherheit und Erreichbarkeit. Um die geowissenschaftliche Community enger zusammen zu bringen, hat die International Union of Geological Sciences (IUGS) großes Interesse, dass der Kongress gemeinsam mit der Schwestergesellschaft International Union of Geodesy and Geophysics (IUGG) stattfindet. Dies soll auf dem 35. IGC in Kapstadt besprochen werden. Bei allen bisher erfolgreichen Bewerbungen war die politische Seite immer recht gut integriert. Dies sollte in Deutschland frühzeitig initiiert werden; es ist daher frühzeitige Lobby-Arbeit zu leisten, um die relevanten Ministerien frühzeitig einzubeziehen. Herr Kümpel weist darauf hin, dass die IUGG 2019 möglicherweise in Neu Delhi stattfindet. Es könnte also sein, dass die Zusammenführung beider Gesellschaften bereits in Neu Delhi passieren könnte. Auf dem kommenden Meeting in Prag wird dem IUGG Council ein Brief mit dem Vorschlag zu einer gemeinsamen Tagung in Berlin vorgelegt werden.

Deutsches Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth

Herr Visbeck stellt Frau Bettina Schmalzbauer vor, die seit kurzem das Büro des Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth leitet. Herr Visbeck stellt das Programm Future Earth und das Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth vor. Future Earth versteht sich als globale Forschungsplattform, die sowohl Wissen als auch Unterstützung zur Verfügung stellt, um die gesellschaftliche Umgestaltung zu einer nachhaltigen Welt zu forcieren. Future Earth wird gefördert durch die Science and Technology Alliance for Global Sustainability (BELMONT Forum, ICSU – International Council for Science, ISSC – International Social Science Council, UNEP – United Nations Environment Programme, UNESCO – United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation, United Nations University). Die drei Hauptforschungsfelder in Future Earth sind: i) Dynamischer Planet (Dynamic Planet), ii) Globale Entwicklung (Global Development) und iii) Transformation zur Nachhaltigkeit (Tranformations towards Sustainability). Zugleich werden Querschnittsbereiche thematisiert wie z.B. Beobachtungssysteme, Modellierung, Theoriebildung, Datenmanagement, Forschungsinfrastrukturen, Kommunikation. Future Earth fördert:

  • internationale, koordinierte und exzellente Forschung
  • wissenschaftliche Basis des SDG (nachhaltige Entwicklungsziele) Prozesses
  • Kompetenzpooling unterschiedlicher Wissensbereiche
  • integrative und transdisziplinäre Forschung
  • eine enge Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
  • wissenschaftlichen Nachwuchs

Das DKN in Future Earth setzt sich derzeit zusammen aus Herrn Armin Grundwald, Karlsruher Institut für Technologie, KIT (Technological Impact Assessment), Herrn Wolfgang Lucht, Potsdam Institute for Climate Impact Research (Earth System Modeling), Frau Karen Pittel, Ludwig-Maximilians Universität München (Environmental and Resource Economics), Frau Christiane Schmullius, Universität Jena (Geography, Remote Sensing), Herrn Volkmar Wolters, Justus Liebig Universität Gießen (Biodiversity, Ecology) und dem Vorsitzenden Herrn Martin Visbeck, GEOMAR – Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Oceanography). Ex-Officio Mitglieder sind Bettina Schmalzbauer (Scientific Secretariat DKN Future Earth), Johannes Karte (DFG, Environmental Research) und Christiane Joerk (DFG, Humanities and Social Science). Derzeit gibt es ca. 10 nationale Komitees in Future Earth, wovon das DKN das erste war, welches eingerichtet wurde. Hauptaktivitäten des DKN Future Earth sind:

  • Initiierung von Forschungsaktivitäten und Weiterentwicklung der integrativen Future Earth Forschung zusammen mit der deutschen Community (im Rahmen von Arbeitsgruppen)
  • Erarbeitung von Forschungsschwerpunkten im Dialog mit der Gesellschaft (mittels z.B. Themenfindungsprozess, Workshops und Konferenzen).
  • Unterstützung der deutschen Nachwuchswissenschaftler (durch z.B. Mitgliedschaften).
  • Unterstützung der Vernetzung (durch die Internetplattform und das Netzwerk-Portal).
  • Beratung deutscher Forschungsförderer hinsichtlich Future Earth Forschung und im Zusammenhang stehender internationaler Programme und Organisationen.

Der nationale Themenfindungsprozess soll auf dem 2. German Future Earth Summit vom 28.-29. Januar 2016 (Berlin) vorangetrieben werden. Schwerpunkte sollen die Future Earth Querschnittsthemen sein (Beobachtungssysteme, Modellierung, Theoriebildung, Datenmanagement, Forschungsinfrastrukturen, Kommunikation). Der nächste Termin zur Einreichung von Vorschlägen für Arbeitsgruppen ist der 6. Mai 2015 (Rahmenbedingungen: www.dkn-future-earth.org/community/arbeitsgruppen/). Herr Visbeck erklärt die Finanzstruktur in Future Earth. Ökonomische Partner sind über das ISSC eingebunden, um ökonomische Fragen und Abläufe zu beobachten.

Vorschläge für Rundgespräche

Herr Birkmann skizziert das Konzept für das vorgeschlagene Rundgespräch zum Thema „Resilienz von Kritischen Infrastrukturen gegenüber Naturgefahren und Klimawandel“. Die zentralen Hypothesen des Konzeptes sind:

  • Der Wohlstand in Industrie- und Transformationsländern hängt eng mit der Bereitstellung von Leistungen der „Kritischen Infrastrukturen“ (Energie, Wasser, etc.) zusammen.
  • Schäden durch Geo- und Klimagefahren potenzieren sich bei einem Ausfall oder bei der Beeinträchtigung Kritischer Infrastrukturen.
  • Risiken (Risiko-Kaskaden) im Kontext von Naturgefahren, Klimawandel und Kritischen Infrastrukturen verlangen vernetzte Denkansätze und interdisziplinäre Kooperationen.
  • Das Leitbild der Resilienz ist für den Nexus „Natur-/Klimagefahren und Kritische Infrastrukturen“ zu konkretisieren und erfordert neue methodische Ansätze.

Die Initiative kann u.a. thematisch aufbauen auf den fünften Sachstandsbericht (AR5) der Arbeitsgruppe II (WGII; Impacts, Adaption and Vulnerability) des IPCC und dessen Synthese Bericht, sowie den 2012 veröffentlichten Special Report „The Risk of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation“(SREX) des IPCC, Projekte im GEOTECHNOLOGIEN Programm (u.a. Last-Mile Projekt) und das GITEWS Projekt (Frühwarnsysteme). Dennoch gibt es vor allem im Bereich „kaskadierende Risiken“ noch viele offene Fragen. Obwohl der Ursprung aus der Klimaforschung kommt, ist dies letztlich eine Frage der sozioökonomischen Prozesse und Effekte. Die globalen Risikogebiete liegen vorrangig im Bereich der Entwicklungs- und Schwellenländer, aber auch Länder wie die Niederlande, die USA und Deutschland sind gefährdet (Fluten). Mit Blick auf die Expositionsklassen urbaner Räume gegenüber Naturgefahren und Klimawandel zeigt sich ein deutlich unterschiedliches Bild. Hier sind vor allem Länder mit großen Urbanisationen im Küstenbereich stark gefährdet (z.B. Australien, Chile, Japan, Niederlande, aber auch die USA und Kanada). Ziele des Rundgespräches sollen sein:

  • Identifikation zentraler Forschungslücken, die über die anwendungsorientierte Sicherheitsforschung hinausgehen.
  • Vernetzung mit internationalen Forscherinnen und Forschern.
  • Prüfung möglicher Beiträge zu aktuellen internationalen Forschungsprogrammen und Beschlüssen (Integrated Research on Disaster Risk – [IRDR], WCDR Sendai im März diesen Jahres).
  • Entwicklung einer Skizze für eine Forschungskooperation oder Forschergruppe (Beiträge für IRDR oder im Rahmen der DFG).

Daraus resultierend werden die folgenden Ergebnisse erwartet:

  • Zusammenführung der Forschungsinteressen aus unterschiedlichen Disziplinen zum Thema Resilienz von KRITIS gegenüber Naturgefahren und Klimawandel
  • Identifikation zentraler offener Fragen und möglicher Herangehensweisen in der Zukunft
  • Skizzierung konkreter Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit und besseren Formierung der Forschungs-Community
  • Entwicklung eines stärkeren Profils der integrierten Risikoforschung zur Resilienz von KRITIS im Kontext von Umweltgefahren mit nationalen und internationalen Partnern

Die SK ZAG unterstützt den Antrag und begrüßt insbesondere den fächerübergreifenden Ansatz unter Einbeziehung der Sozialwissenschaften. Vorgeschlagen wird, Modellierung des Klimawandels inkl. Prognosen einzubeziehen und Kontakt aufzunehmen zum Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth (M. Visbeck, B. Schmalzbauer).

Herr Wörner stellt das vorgeschlagene Rundgespräch „Geochemische Datenbanken und Probenarchivierung“ vor. Vor dem Hintergrund großer geochemischer Datensammlungen auf globalen und regionalen Skalen sowie neuer Möglichkeiten der Auswertung riesiger Datenmengen, ergeben sich neue Möglichkeiten von Fragestellungen, die große Datenmengen benötigen (z.B. globale Fragestellungen). Als Beispiele großer geochemischer Datenbanken sind zu nennen: i) EarthChem (www.earthchem.org; Lamont Doherty Earth Observatory; NSF finanziert; hauptsächlich marine/ozeanische Probenlokationen; >2 Mio. Einträge); und ii) GEOROC (georoc.mpch-mainz.gwdg.de; MPI Mainz; MPI finanziert; sowohl ozeanische wie kontinentale Probenlokationen; ca. 1,85 Mio. Einträge). Die Finanzierung von GEOROC durch das MPI wird bald enden. Der Ersteller (Herr Hoffmann) hat Interesse, dass dieses Werk (unter dt. Finanzierung) weiter geführt wird. Die Ziele des vorgeschlagenen Rundgesprächs sind daher:

  • Die Notwendigkeit einer Archivierung, Aufbereitung und Verfügbarkeit von geochemischen Forschungsdaten und Proben in der Zukunft zu bewerten und derzeitige Defizite und deren Folgen aufzeigen.
  • Zukunftsperspektiven einer geochemischen Datenbank („GeoRoc 2.0“) mit zusätzlichem Schwerpunkt auf terrestrische Proben zu entwickeln. Dabei soll besonderes Augenmerk gelegt werden auf:
    o Anbindung an und Ergänzung von „EarthChem“ sicher zu stellen;
    o Empfehlungen zu erarbeiten, in welcher Form Daten- und Probenarchivierung im Rahmen von DFG-geförderten Projekten sicher gestellt werden kann;
    o Nutzung der IGSN, Einführung eines zentralen Probenlagers (BGR?);
    o Rolle von BGR, GFZ, MARUM, GEOMAR; sowie Anbindung an das Förderprogramm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“.

Als Beispiel zeigt Herr Wörner die Eigeninitiative aus seiner Arbeitsgruppe „Central Andes Geochemical Database“, sowie Beispiele der Datenanwendung aus dieser Datenbank. Es gibt eindeutig Handlungsbedarf solche Eigeninitiativen zu standardisieren und zusammen zu bringen, um die Daten auch für nachfolgende Generationen zur Verfügung stellen zu können. Die SK ZAG diskutiert ausführlich über das Problem bisher nicht standardisierter Probennahmeverfahren und Dokumentationen kontinentaler Gesteinsproben (im Vergleich zu marinen Sedimentkernen). Es ist dringend notwendig, hier einen Standard zu entwickeln, um überhaupt eine Möglichkeit zu haben, unterschiedliche Sammlungen in Zukunft zusammenführen zu können. Es wird in diesem Zusammenhang auf die Biologen (Herbar, Stammsammlung, Gendatenbank) verwiesen; dieses Beispiel sei übertragbar. Weiterhin wird angeregt, als Ergebnis dieses Rundgesprächs eine Denkschrift zu verfassen, die auch politisch unterstützt werden sollte.

Die SK ZAG unterstützt den Vorschlag und schlägt vor, Erfahrungen anderer Disziplinen mit zu berücksichtigen, z.B. aus der Biologie. Eingeladen werden sollten auch Vertreter des BGR Kernlagers in Berlin-Spandau und von GESEP.

Vorstellung des geplanten SFB-Vorantrags “Tipping Points in Geosystems: Resilience or Failure”

Herr Schmahl stellt die SFB Initiative „Geosystems in Transition – Resilience vs. Failure“ vor. Leitfragen des SFB sollen sein:

  • Können kritische Zustände zuverlässig in Geosystemen identifiziert werden?
  • Wie kann man Geosysteme auf geeigneten räumlichen und zeitlichen Skalen definieren?
  • Kann die Identifikation und Unterscheidung von Rückkopplungsmechanismen (Treiber und Resonanz) die Vorhersage von Veränderungen fördern?
  • Ist das Konzept von einem Umschlagspunkt (Tipping point) sinnvoll für die Definition von „Regime Verlagerungen“ innerhalb von Geosystemen?
  • Verbessert das Konzept von “Resilienz vs. Bruch“ die Aussagekraft der Geosystem Analyse?
  • Kann die Vorhersehbarkeit von Geosystemen verbessert werden?

Der SFB soll in die drei Projektbereiche i) Krustensysteme der Erde, ii) Oberflächensysteme der Erde, und iii) Lebenssysteme der Erde, mit jeweils sechs Teilprojekten gegliedert sein. Darüber hinaus gibt es zwei zentrale Projekte: i) Statistische Methoden zur Erd-System Modellierung und ii) Zentraler IT-Service für datenreiche und CPU-reiche Projekte.

Konzept der DFG-Ausschreibung „Digital Science“

Herr Winkler-Nees beschreibt die Ziele der Ausschreibung. Die erste Ausschreibung (2012) diente dazu, den tatsächlichen Bedarf festzustellen. Auf Grund des großen Interesses wurde das Förderprogramm „Informationsinfrastrukturen für Forschungsdaten“ aufgelegt, das seit 2013 läuft. Als gutes Beispiel sei hier das Projekt Re3Data (Registry of Research Data Repositories; www.re3data.org) zu nennen. Häufig gingen Anträge zur Finanzierung von Datenbanken nur für einzelne Communities ein. Daher sei das Ziel der aktuellen Ausschreibung, neben der intelligenten und innovativen Verknüpfung unterschiedlicher Datentypen und -quellen, vor allem die Förderung interdisziplinärer Ansätze. Ein typisches Beispiel seien Datenbanken, deren Interoperabilität nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, deren Verbindung aber zur Beantwortung einer bestimmten wissenschaftlichen Fragestellung hilfreich oder sogar nötig ist. Anträge sollen dann vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Fragestellungen, zu deren Beantwortung der verknüpfte Datenpool dienen soll, gestellt werden. Die Anträge werden sowohl fachwissenschaftlich als auch infrastrukturell begutachtet. Herr Winkler-Nees nennt das US-amerikanische Beispiel „digging into data“ im Bereich der Geisteswissenschaften. Das genaue Konzept der kommenden Ausschreibung ist noch offen, soll aber noch vor der Sommerpause veröffentlicht werden. Auch die Infrastrukturbetreiber sollten sich dieser Fragestellung annehmen. Auf Nachfrage von Herrn Krautblatter erklärt Herr Winkler-Nees, dass es zunächst nur um Daten/Datenbanken gehen soll, ein Rundgespräch zum Thema „Software/Codes“ ist in Planung. Es wird auf das Problem der Erhaltung und Fortführung der Infrastrukturen und Daten hinsichtlich der Finanzierung hingewiesen. Herr Winkler-Nees bestätigt, dass dieses Thema der Nachhaltigkeit ein Dauerthema in der DFG ist. Leider ist in der Infrastrukturförderung keine Dauerförderung möglich. Es gibt aber auch gute Beispiele, in denen solche Infrastruktureinheiten institutionell gefördert werden; Bsp. Bibliotheken. Das Bewusstsein, dass digitale Systeme auf ähnlichem Level bedeutend sind, muss an anderer Stelle wachsen. Herr Winkler-Nees betont, dass gleichsam die Entwicklung neuer, einheitlicher Standards ein Aushandlungsprozess ist, der aus der Community heraus kommen muss, und lobt in diesem Zusammenhang das vorgeschlagene Rundgespräch von Herrn Wörner.

Ziel der geplanten Ausschreibung ist es, umfangreichere und bessere wissenschaftliche Erkenntnisse aus bereits vorhandenen und zugänglichen Datenquellen zu erlangen. Best-practice Beispiele sollen dazu dienen, das Potential fachlich geeigneter Forschungsdatenrepositorien mit Hilfe konkreter wissenschaftlicher Anwendungen aufzudecken und für wissenschaftliche, idealerweise interdisziplinäre Fragestellungen zu nutzen.
Die SK ZAG begrüßt die neue geplante Ausschreibung und sieht darin vielfältige Ansätze, das Potential bestehender Informationsinfrastrukturen zu dokumentieren, Mängel aufzuzeigen und ggf. Vorschläge zur Verbesserung zu unterbreiten. Als verbesserungsfähig wird insbesondere eine vielfach nicht optimale Interoperabilität angesehen, wo es sinnvoll ist. Leitsatz sollte sein, die Daten – auch sehr unterschiedlicher Datensätze aus unterschiedlichen Disziplinen – möglichst einfach und leicht zugänglich zu machen. Nur so ist eine optimale Nutzung gewährleistet.

Dachverband „Feste Erde“

Herr Littke berichtet, dass während der Sitzung des Dachverbands am 18.2.15 entschieden wurde, noch in diesem Jahr einen entsprechenden eingetragenen Verein zu gründen. Die Gründung des Vereins soll auf der GeoBerlin, 4.-7. Oktober 2015, stattfinden. Es ist als eine Aufgabe identifiziert worden, die Zusammenarbeit mit den MINT Fächer zu verbessern, um die Geowissenschaften besser in den Unterricht einzubinden. Diese Aufgabe wurde dem derzeitigen Vorsitzenden Prof. Dr. Reinhard Gaupp (Jena) übertragen. Ziel ist es, die Geowissenschaften über die MINT Fächer besser in die Schul-Kurrikula einzubringen. Einer der nächsten Schritte wird auch sein, die Berufsverbände (z.B. BDG) in den neuen Verein einzubinden.

zuletzt geändert am 2015-12-22 08:57:55 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum