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SK ZAG - Newsletter 02/2011

Nach jeder Sitzung berichtet die Senatskommission für Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften (SK ZAG) in einem Newsletter über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen. Der Newsletter 02/2011 basiert auf dem Protokoll der 2. Sitzung der SK ZAG, die am 29. und 30. September 2011 in Berlin-Spandau stattfand.

Bericht des Vorsitzenden

Herr Wefer berichtet von der letzten Sitzung des Lenkungskreises zum Wissenschaftsjahr 2012 (Arbeitstitel „Zukunftsprojekt Erde“) unter Leitung von Staatssekretär Schütte. Die Organisation liegt in Händen von Herrn Kraus aus dem BMBF Referat 72 „Nachhaltigkeit, Klima und Energie“. Herr Wefer hat in seiner Funktion als Vorsitzender von Wissenschaft im Dialog (WiD) an der Sitzung teilgenommen. Die anvisierten Themen des Wissenschaftsjahres 2012 – wie Rohstoffversorgung, Megacities, Klimawandel – bieten wieder vielfältige Möglichkeiten für die Geowissenschaften, sich aktiv zu beteiligen. Informationen finden sich auf der Website (www.fona.de). Herr Alecke weist darauf hin, dass weitere Vorschläge für Themen aus der Community sehr willkommen sind. Im Wissenschaftsjahr 2012 sollen Kampagnen, die auch strittige Fragen aufgreifen, noch stärker im Vordergrund stehen. Ansprechpartnerin sei Frau Ploetz.

Berichte aus dem BMBF und der DFG

BMBF

Herr Alecke berichtet zur Zukunft des gemeinsam mit der DFG getragenen Programms GEOTECHNOLOGIEN, das 2013 ausläuft. Zur Vorbereitung eines gemeinsamen Nachfolgeprogramms werde zur Zeit auf Basis der Evaluationsergebnisse eine gemeinsame Ausschreibung eines Pilotprojektes vorbereitet. Thema dieses Projektes ist „Georisiken und Frühwarnsysteme“. Dieses Projekt soll die Phase nach Auslaufen des jetzigen Programms vorbereiten. Herr Wenzel informiert über einen Antrag zu einem Rundgespräch zu diesem Thema.

Beschluss der SK ZAG über ein Rundgespräch
Die SK ZAG schlägt die Durchführung eines Rundgesprächs zum Thema Frühwarnsysteme und Georisiken vor. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptpapiers für eine gemeinsame Ausschreibung BMBF/DFG im Rahmen des Programms Geotechnologien. Herr Wenzel und Frau Sester werden gebeten, das Rundgespräch zu organisieren und die SK ZAG über die Ergebnisse zu informieren.

DFG

Herr Lüniger weist auf die im Herbst anstehenden Wahlen zu den Fachkollegien hin. Die Kandidatenlisten seien im Internet verfügbar.
 
Im Fachkollegium Geologie gibt es 15 Kandidaten für 7 bis 8 Plätze. Herr Lüniger bittet darum, in den einzelnen Institutionen zur Teilnahme an der Wahl aufzurufen, die Ende Oktober beginnt und 6 Wochen läuft. Im Frühjahr 2012 findet dann die konstituierende Sitzung der Fachkollegien gemeinsam mit den bisherigen Vertretern statt.

Herr Lüniger weist darauf hin, dass das Antragswesen modularisiert werde, um die Antragstellung zu erleichtern und zu vereinheitlichen. Es werde in diesem Zusammenhang auch neue, ebenfalls modulare Merkblätter geben. Zukünftig sei dann auch die elektronische Antragstellung möglich. Dies wird zunächst für Einzelanträge umgesetzt, später auch für die koordinierten Verfahren.

Herr Lüniger weist auf die Ausschreibung des Communicator-Preises 2012 hin, mehr Informationen finden sich hier. Bewerbungen können bis zum 31.12.2011 eingereicht werden. Die Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit habe Herr Marco Finetti übernommen, der bisher die Wissenschaftsmagazine betreut hat. Seine Vorgängerin, Frau Streier, habe die Leitung des DFG-Büros in New York übernommen.

Zur Fördersituation berichtet Herr Lüniger, dass in den Geowissenschaften, ähnlich wie in allen anderen Fächern, die Förderquoten der letzten Jahre nicht gehalten werden konnten. Als Gründe nennt er die Umstellung „Geld statt Stelle“, wodurch die effektiven Kosten für Personal höher werden, die Möglichkeit, 75%ige Stellen für Doktoranden zu beantragen, sowie die deutlich größere Anzahl eingegangener Anträge. Letzteres sei zum einen darauf zurückzuführen, dass immer mehr junge Wissenschaftler ihre eigene Stelle beantragen, zum anderen würden nun aber auch andere Verfahren, wie etwa Mercator-, Heisenberg- oder Koselleck-Projekte auf die Mittel des Normalverfahrens zugreifen. Bei den Geowissenschaften machten die Forschergruppen im Bereich der Normalverfahren einen erheblichen Posten aus. In der Diskussion sieht die SK ZAG die Ursache vor allem in der Tatsache, dass vielfach gute Projekte als Forschergruppe und nicht als SFB beantragt werden, u.a. weil oft die erforderliche Größe nicht erreicht wird.

Integrated Ocean Drilling Program (IODP)

Herr Erbacher berichtet über die Erfolge, Statistiken und den aktuellen Fahrplan im Integrated Ocean Drilling Program (IODP).

Im Anschluss wird die durch einen Brief der NSF entstandene neue Situation für die Zukunft des Programms diskutiert.

Votum der SK ZAG
Die SK ZAG bittet die DFG, gemeinsam mit den internationalen Partnern für das neue IODP Programm ein Modell mit möglichst weitgehenden internationalen Absprachen zu entwickeln. Nur unter Nutzung der drei Plattformen JOIDES RESOLUTION (JR), CHIKYU und MSPs können die im Wissenschaftsplan formulierten Ziele erreicht werden. Trotz nationaler Zuständigkeit der Plattformbetreiber mit eigenständiger Finanzierung sollten ausschließlich wissenschaftliche Kriterien für die Auswahl der Bohrungen herangezogen werden (der beste Antrag sollte gebohrt werden).

ECORD, an dem Deutschland mit einem Viertel des Beitrags beteiligt ist, sollte als einzigartige europäische Initiative weitergeführt und gestärkt werden. Um die europäische Sichtbarkeit im Programm auszuweiten, sollten die Mitgliederbeiträge für jährlich eine ECORD MSP Expedition genutzt werden.

Befürwortet wird eine längerfristige Vereinbarung mit NSF zur gegenseitigen Beteiligung an JR und MSP Expeditionen (einschließlich Kostenbeteiligung mit zur Verfügung gestellten Plätzen an Bord der Plattformen). Auch eine Beteiligung an ausgewählten CHIKYU Expeditionen mit Riser-Einsatz wird begrüßt, z.B. als MSP Expedition.

Die DFG wird gemeinsam mit den beteiligten außeruniversitären Einrichtungen gebeten, den Beitrag für das neue IODP-Programm sicherzustellen. Der finanzielle Beitrag Deutschlands zu ECORD sollte mindestens im jetzigen Umfang beibehalten werden.

International Continental Scientific Drilling Program (ICDP)

Herr Oberhänsli und Herr Harms berichten über das International Continental Scientific Drilling Program. ICDP wurde im Mai 2011 von einer internationalen Expertengruppe begutachtet mit einem sehr positiven Ergebnis. Der Bericht der Gutachter ist auf der Website von ICDP abgelegt.

Im Zusammenhang mit der Verlängerung der Laufzeit des Strukturprogramms ICDP bittet die DFG um eine Stellungnahme der SK ZAG.

Stellungnahme der SK ZAG zur Verlängerung des Strukturprogramms ICDP (SPP 1006)
Am International Continental Scientific Drilling Program (ICDP) ist Deutschland bei der Programmplanung und bei der Durchführung von Expeditionen maßgeblich beteiligt. Das Programm wurde von Deutschland aus initiiert und die für die Durchführung der Expeditionen benötigte Infrastruktur wurde vom GFZ Potsdam zur Verfügung gestellt. Universitäten spielen bei den wissenschaftlichen Projekten eine gestaltende Rolle. Das ICDP wurde von einer internationalen Gutachtergruppe sehr positiv begutachtet und das internationale Leitungsgremium hat die Weiterführung des Programms beschlossen. Der Mitgliedsbeitrag wird gemeinsam von DFG und GFZ bereitgestellt und beide Einrichtungen sind weiterhin angemessen in den Leitungsgremien vertreten. Die SK ZAG befürwortet nachdrücklich die weitere Beteiligung der deutschen Geowissenschaften am ICDP, insbesondere die 50%ige Beteiligung der DFG am nationalen Beitrag. Da der Beitrag seit 1996 gleich geblieben ist, sollte eine Erhöhung in Betracht gezogen werden.

Deutsches Forschungsbohrkonsortium GESEP e.V.

Herr Harms berichtet über die aktuellen Schwerpunktthemen von GESEP. GESEP ist eine Kooperation wissenschaftlicher Einrichtungen mit Interesse und Beteiligung an Forschungsbohrungen im Meer, auf Land, im Eis. Spezifische Ziele von GESEP sind ein einheitliches Daten- und Probenmanagement, gemeinsame Projekte, Weiterbildung und Training sowie die Entwicklung von Geräten und Technologien. Ein zentrales Thema ist momentan der Aufbau des Dateninformationssystems. Angestrebt ist die Einführung dauerhafter Identifikationsnummern für alles Probenmaterial (IGSN-Nummern), die, ähnlich einer doi, die nachhaltige Nutzung von Daten und Proben sicherstellen soll. Dieses gemeinsam von MARUM, GFZ und BGR beantragte Vorhaben wird seit dem 1.8.2011 von der DFG im Rahmen der Ausschreibung „Informationsstrukturen für Forschungsdaten“ gefördert.

Im Rahmen der GESEP School fanden bisher drei jeweils eineinhalbtägige Kurse für Nachwuchswissenschaftler statt. Zur Zeit wird die nächste GESEP School, die in Kiel stattfinden wird, unter dem Arbeitstitel „Deep Energy: Access, Development, Issues“ vorbereitet. Ein weiteres wichtiges GESEP-Projekt ist die Entwicklung eines Shallow Drilling Tools, eines hochmobilen, kompakten Kernbohrgeräts für Flachwassersedimente (200 m Länge, Beispiel Tibetische Seen), das die Lücke zwischen MARUM-MeBo (Meeresboden-Bohrgerät) bzw. GLAD800 (Global Lake Drilling 800 m) und Schwereloten etc. füllen soll. Im Winter ist eine Diskussionsrunde mit Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie geplant. Ziel der Diskussion ist es, innovative Möglichkeiten zur kostengünstigen Beprobung von Sedimenten auszuloten und die Realisierung zu initiieren.

Geplanter SPP Antrag „Biotic Influences on Landscape Evolution“ und Bericht über das Rundgespräch

Herr von Blanckenburg (GFZ Potsdam/ FU Berlin) stellt die SPP-Initiative „Life as an Earth Surface-Shaping Process” (neuer Arbeitstitel) vor, die von ihm und Herrn Ehlers von der Universität Tübingen koordiniert wird. Dabei fokussiert er auf wichtige Prozesse, die zeigen, wie die Biologie auf geologische Prozesse Einfluss nimmt. Eine besondere Herausforderung sei es, die unterschiedlichen Zeitskalen, auf denen die Forscher arbeiten, zu integrieren. Als mögliches Arbeitsgebiet stellt er Chile vor, das sich anbiete, da man hier zum einen als Basis relativ einheitlich Lithologie und Tektonik vorfinde und zum anderen als Variablen starke ökologische und klimatische Gradienten. Darüber hinaus sei der Einfluss des Menschen, der im Rahmen des SPP ausdrücklich nicht untersucht werden soll, hier relativ gering. In der Diskussion wird darauf hingewiesen, dass man auf die gute Zusammenarbeit des ehemaligen SFB 267 (Deformationsprozesse in den Anden) aufbauen könne. Ein weiterer Vorteil für Arbeiten in Chile wäre, dass in den marinen Sedimenten vor der Küste wertvolle Archive relevanter Daten zu finden sind.

Stand der Vorbereitungen zum Rundgespräch „Fach- und skalenübergreifende Untersuchung von Prozessen in Geosystemen“

Herr Sasgen berichtet über die Vorbereitungen zu einem von ihm und der Arbeitsgemeinschaft Geowissenschaftlicher Nachwuchs initiierten Rundgespräch. Ziele des Rundgesprächs seien (1) die systematische Identifikation räumlich-zeitlicher, thematischer und methodischer Überschneidungen, (2) die Evaluierung des interdisziplinären Forschungsansatzes, (3) eine Diskussion über Ausstattung (inkl. Großgeräte), (4) die Information über Entwicklungen und Möglichkeiten der Förderung sowie übergeordnet die Kollaboration des Nachwuchses über Fachgrenzen hinweg. Zu dem Rundgespräch sei über die Fachgesellschaften und den Verteiler der Arbeitsgemeinschaft eingeladen worden. Bisher hätten sich 20 Teilnehmer angemeldet. Das Rundgespräch findet vom 6. bis 8. Oktober 2011 in Weimar statt. Auf der nächsten Sitzung der SK ZAG soll über das Rundgespräch berichtet werden.

Bericht über die bevorstehende Satellitenmission SWARM

Herr Lühr informiert die Kommission zunächst über die bevorstehende Satellitenmission SWARM. Er schlägt vor, das enorme Potential, das die Konstellations-Mission SWARM der ESA bietet, im Rahmen eines DFG-Schwerpunktprogramms wissenschaftlich zu nutzen. Wissenschaftliche Fragestellungen, die sich mit den Satellitenbeobachtungen behandeln lassen, sind:

  1. Studium der Veränderungen des Kern-Magnetfeldes, um die Prozesse des Geodynamos besser zu verstehen.
  2. Gemeinsame Interpretation von Schwere- und Magnetfeldanomalien zur besseren Beschreibung der Krustenstruktur.
  3. Einfluss der Geometrie des Erdmagnetfeldes auf die Plasmainstabilitäten in der Ionosphäre.
  4. Inwiefern sind die säkularen Änderungen der Thermosphäre von unten (Troposphäre) oder von oben (Ionosphäre) gesteuert?

Die deutsche Community ist für die Beantwortung dieser Fragen gut aufgestellt und durch die Beteiligung an den Missionen CHAMP, GRACE und GOCE hervorragend vorbereitet.
Neben den Wissenschaftlern aus Helmholtz und Max-Planck Instituten haben unter anderem auch Forscher aus den Universitäten TU und LMU München, Uni Leipzig, Uni Potsdam, Uni Kaiserslautern, Jacobs Uni Bremen, Uni Köln, Uni Münster usw. Interesse an der Beteiligung angemeldet.

Die Fertigung der drei SWARM Satelliten unter Leitung der deutschen Firma Astrium, Friedrichshafen ist abgeschlossen und sie befinden sich jetzt in der Testphase. Der von der ESA vorgegebene Starttermin ist der 17. Juli 2012. Danach folgen eine 3-monatige technische Inbetriebnahme und eine dreimonatige Kalibrierphase. Von 2013 bis 2017 ist die primäre Messphase vorgesehen.

Herr Lühr beantragt bei der DFG über die Senatskommission für Zukunftsaufgaben die Finanzierung eines Rundgesprächs.

Beschluss der SK ZAG über ein Rundgespräch
Die SK ZAG befürwortet die Durchführung eines Rundgesprächs, um die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Nutzung der Potentialfeld-Mission SWARM auszuloten. Herr Lühr wird darum gebeten, das Rundgespräch zu organisieren und die SK ZAG im Anschluss über die Ergebnisse zu informieren.

Zusammenarbeit mit den Fachkollegien

Frau Oberhänsli beschreibt kurz die Arbeitsweise der Fachkollegien, die u.a. die Anträge im Normalverfahren begutachten. Dabei werden durch die Geschäftsstelle der DFG jeweils zwei Gutachten eingeholt. Aktuell werden sehr viele Forschergruppen beantragt. Aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel, die durch andere ins Normalverfahren verlagerte Programme zusätzlich abgefragt werden, komme es nun häufig dazu, dass sehr gut begutachtete Skizzen für Forschergruppen im weiteren Verlauf abgelehnt bzw. verschoben werden müssten. Es sei nun geplant, dass eingehende Forschergruppenskizzen im gemeinsamen Fachforum der Fachkollegien 314, 315, 316 vergleichend diskutiert werden. Die Verschiebung anderer Förderprogramme in das Normalverfahren stelle derzeit ein Problem dar. Die Fachkollegien 314, 315 und 316 hätten in einem Brief an die DFG auf die aus ihrer Sicht untragbare Situation hingewiesen. Grundsätzlich gebe es für die Fachkollegien zwar die Möglichkeit, strategisch aktiv zu werden, dies sei in der Vergangenheit aber leider aus Zeitgründen nicht umgesetzt worden.

Die Fachkollegien begrüßen und unterstützen die Überlegung, die einzelnen geowissenschaftlichen Fachgesellschaften zu einer gemeinsamen Gesellschaft „Feste Erde“ zusammenzufügen. Diese gemeinsame Gesellschaft könnte auch Anstöße für koordinierte Programme geben. Eine weitere wichtige Aufgabe einer solchen geowissenschaftlichen Gesellschaft sei die Sicherstellung der Vielfalt der fachlichen Ausbildung an den Universitäten.

Stellungnahme der Kommission zum Thema „Climate Engineering“

Der Senat der DFG hatte den Wunsch geäußert, zum Themenbereich „Climate Engineering“ durch die betroffenen Gremien beraten zu werden, namentlich durch das Nationale Komitee für Global Change Forschung (NKGCF) sowie die DFG-Senatskommission für Ozeanographie (SK OZ) und die SK ZAG. Das gemeinsam erarbeitete Papier wurde bereits von NKGCF und SK OZ genehmigt. Auch die SK ZAG nimmt das Papier nach kleineren Änderungen an.

Vorstellung Vorschläge für Rundgespräche

Herr Wefer teilt mit, dass der Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für Rundgespräche zur weiteren Konkretisierung der in der Denkschrift „Dynamische Erde“ aufgegriffenen Themen noch weiter verbreitet werden solle. Auch auf der Website der SK ZAG wird zur Einreichung von Vorschlägen aufgerufen und hier findet sich auch eine Liste der bisher befürworteten Rundgespräche mit Ansprechpartnern. Als ein wichtiges Thema wird „Endlagerung radioaktiver Abfälle“ angesehen. Bei Herrn Kümpel soll angefragt werden, ob auf der nächsten Sitzung ein Vortrag zu diesem Thema gehalten werden kann.

Einrichtung des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie

Herr Gutzmer berichtet zur Einrichtung des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie. Das Institut hat die Erforschung und Entwicklung von Technologien für die ressourcen- und energieeffiziente Nutzung von mineralischen und metallhaltigen Rohstoffen zum Ziel. Dazu gehören auch Beiträge zum globalen Umweltschutz, die Kooperation mit der deutschen Industrie und die Ausbildung einer neuen Generation von Rohstoffwissenschaftlern. Er stellt kurz Geschichte und Profil der beiden Partner vor, die das Helmholtz-Institut bilden, der TU Bergakademie Freiberg und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf.

Anschließend stellt er die geplante Struktur und wichtige Forschungsthemen entlang der Wertschöpfungskette „Erkundung – Gewinnung – Aufbereitung – Veredlung – Recycling“ vor. Er sieht die Forschungen des Instituts zwischen den Ingenieurwissenschaften und den angewandten Natur- und Geowissenschaften angesiedelt. Der Fokus der Forschungen liege in den nächsten zwei Jahren auf den Themen

  • Nutzung komplexer polymetallischer heimischer Rohstoffe
  • Recycling von Seltenen Erden
  • Verteilung von Hochtechnologiemetallen (Ge, Ga, In) in konventionellen und unkonventionellen Rohstoffen
  • Biosorption, Bioleaching

Weitere Forschungsthemen sind im Bereich der primären Rohstoffe

  • Marine Rohstoffe (Polymetallische Manganknollen und -krusten, Massivsulfide)
  • Exploration für Rohstoffe im Vorfeld der Industrie
  • Neubewertung des Rohstoffpotentials in Deutschland

und im Bereich der sekundären Rohstoffe

  • Recyclinggerechtes Material- und Produktdesign
  • Recyclingstrategien für Elektronikschrott
  • Urban Mining

Das Institut sei zunächst mit 6 grundfinanzierten Mitarbeitern gestartet, bis 2015 wird die Aufstockung auf insgesamt 56 grundfinanzierte und 40 drittmittelfinanzierte Mitarbeiter angestrebt. Die Infrastruktur am geplanten Standort am bisherigen Gründer- und Innovationszentrum Freiberg (GIZeF) sei hervorragend und biete zum Teil einzigartige Möglichkeiten z.B. bei der Ressourcenanalytik. Das neu gegründete Institut sehe sich als Nukleus für die Ressourcentechnologie-Forschung in Deutschland. Angestrebt sei eine enge Verzahnung mit den Mutterorganisationen, die Einbindung in die nationale Forschungslandschaft (Helmholtz, Hochschulen) sowie die Vernetzung mit Kompetenzträgern in Europa und weltweit. In diesem Zusammenhang bietet Herr Gutzmer den im Bereich der Ressourcenforschung arbeitenden Geowissenschaftlern ausdrücklich an, die Infrastruktur des neuen Helmholtz-Instituts zu nutzen.

Zusammenarbeit mit der GeoUnion und Stärkung einer geowissenschaftlichen Fachgesellschaft; Bericht über die Konferenz „Luft, Wasser, Erde, Leben“

Herr Littke berichtet zu den Bestrebungen der Schaffung einer gemeinsamen geowissenschaftlichen Fachgesellschaft. Die Zersplitterung der Geowissenschaften in viele kleine Gesellschaften, die heute eine schlagkräftige Arbeit erschwere, habe vor allem auch historische Gründe. Die Aufteilung in Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG), Geologische Vereinigung (GV), Deutsche Mineralogische Gesellschaft (DMG), Deutsche Paläontologische Gesellschaft und Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG) sei auch vor dem Hintergrund des mittlerweile zusammengefassten geowissenschaftlichen Studiums nicht zeitgemäß und behindere mögliche Synergien. So veranstalte jede dieser Gruppierung mit großem organisatorischen Aufwand eine Jahrestagung. Sinnvoller wären Gemeinschaftstagungen, die von einem gemeinsamen Koordinationsbüro organisiert werden, von dem alle Beteiligten auch anderweitig im Bereich der Logistik profitieren könnten. Am Rande der Tagung Fragile Earth, die gemeinsam von der Geologischen Vereinigung (GV), der Deutscher Gesellschaft für Geowissenschaften, der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft und anderen organisiert wurde und die vom 4. bis 7. September 2011 in München stattfand, sei auf einer gemeinsamen Vorstands- und Beiratssitzung der GV beschlossen worden, den Weg zu einem Zusammenschluss der Fachgesellschaften weiterzugehen. Unabhängig davon habe auch die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften sowie die Deutsche Mineralogische Gesellschaft diesem Konzept ebenfalls zugestimmt. Am 15. Oktober treffen sich nun je zwei Vertreter des Vorstands der einzelnen Gesellschaften in Frankfurt am Main, um das weitere Vorgehen zu diskutieren. Zu diesem Treffen seien die Vorstände aller geowissenschaftlichen Fachgesellschaften eingeladen worden. Die dort entwickelten Pläne sollen dann in den Mitgliederversammlungen der Gesellschaften vorgestellt und zur Abstimmung gestellt werden. In 12 bis 24 Monaten solle dann ein Plan für den Zusammenschluss stehen. Im Bestreben, eine gemeinsame geowissenschaftliche Fachgesellschaft zu schaffen, werde man von den Fachkollegien der DFG unterstützt. Die SK ZAG befürwortet den Vorstoß zur Schaffung einer gemeinsamen geowissenschaftlichen Fachgesellschaft und bittet Herrn Littke, auf den nächsten Sitzungen zu weiteren Entwicklungen zu berichten.

Herr Wefer berichtet von der Veranstaltung „Luft, Wasser, Erde, Leben“, die die GeoUnion am 27. September 2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften organisiert hat. Die Vortragsveranstaltung hat im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2011 stattgefunden, das unter dem Motto „Forschung für unsere Gesundheit“ steht. Unter den 200 Teilnehmern seien neben Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit auch etliche Schulklassen gewesen. Die spannenden neuen Themen seien angeregt diskutiert worden. Anfang Oktober nächsten Jahres werde die GeoUnion wieder eine ähnliche Veranstaltung organisieren zum Thema des Wissenschaftsjahres 2012 „Zukunftsprojekt Erde“.

Vorstellung „Geosciences in Germany“ auf der AGU 2011

Herr Lüniger berichtet zum Stand der Planungen für die Vorstellung der deutschen Geowissenschaften auf der AGU 2011.

  • Der gemeinsam mit anderen deutschen Forschungsförderern betriebene Stand im großen Ausstellungsraum (Professionell Exhibition) wird von Dienstag, 6.12., bis Freitag, 9.12.2011, besetzt sein. Die Teilnahme von Wissenschaftlern ist ausdrücklich erwünscht und Herr Lüniger bittet darum, bei Teilnehmern dafür zu werben, sich aktiv am Stand der DFG zu beteiligen.
  • Am Dienstag, den 6.12. findet ab 12:30 Uhr ein Townhall-Meeting statt. Unter dem Motto „Dynamic Earth: German Research Opportunities in Geosciences” werden Wissenschaftler aus Deutschland und dem Ausland über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem deutschen Wissenschaftssystem (Fördermöglichkeiten, Kooperationen, …) berichten.
  • Am Donnerstag, den 8.12. wird es ab 19:30 Uhr einen Social Event im Marriott-Hotel geben, die Einladung dazu wird momentan vorbereitet.

Auf Vorschlag der SK ZAG werde eine ähnliche Veranstaltung auch für die EGU 2012 in Wien geplant. Ein Townhall-Meeting sei dort bereits angemeldet worden. Auch für Wien gelte die Einladung an anwesende Wissenschaftler, sich aktiv an dem Geschehen am Stand zu beteiligen.

Verschiedenes

Die nächste Sitzung der SK ZAG findet am 19. und 20. April 2012 in Köln statt.

zuletzt geändert am 2014-12-02 08:58:59 durch Dr. Frank Schmieder | Impressum